Assoziation von Krebsrisiko und Urtikaria26. November 2024 © panyawat – stock.adobe.com (Symbolbild) Urtikaria wurde bereits mit dem Auftreten von Krebs in Verbindung gebracht, doch epidemiologische Belege für eine Assoziation waren spärlich. Ein Team dänischer Dermatologen führte zur Klärung des Zusammenhangs eine Kohortenstudie durch, in der sie die Krankheitsentwicklung bei 87.507 Menschen über einen Zeitraum von zehn Jahren nach ihrem ersten Urtikaria-bedingten Klinikkontakt verfolgten. Die Studienautoren berechneten das absolute Krebsrisiko und standardisierte Inzidenzraten (SIR) mit 95%-Konfidenzintervall (KI), die auf die nationalen Krebsraten standardisiert wurden. In einer Querschnittsanalyse evaluierten sie, ob das Ausmaß der Krebsausbreitung bei Personen mit und ohne vorherige Urtikaria-Diagnose unterschiedlich war. Die allgemeine SIR für alle Krebsarten betrug 1,09 (95%-KI 1,06–1,11) basierend auf 7788 beobachteten gegenüber 7161 erwarteten Fällen. Das Risiko für jegliche Krebserkrankung betrug 0,7 Prozent (95%-KI 0,6–0,7) für das erste Jahr der Nachbeobachtung. Bei 588 Personen mit Urtikaria wurde im ersten Jahr der Nachbeobachtung Krebs diagnostiziert (SIR 1,49; 95%-KI 1,38–1,62) und bei 7200 Personen später (SIR 1,06; 95%-KI 1,04–1,09). Im ersten Jahr des Follow-up stellten die Autoren einen starken Zusammenhang mit hämatologischen Krebserkrankungen fest (Non-Hodgkin-Lymphom: SIR 2,91; 95%-KI 1,92–4,23). Das Krebsstadium war bei Personen mit und ohne vorherige Urtikaria-Diagnose ähnlich weit fortgeschritten. Zum Zeitpunkt der Urtikaria-Diagnose oder im ersten Jahr danach konnte ein starker Anstieg des Krebsrisikos festgestellt werden. Auch in den Folgejahren blieb ein Anstieg des Risikos um sechs Prozent bestehen. Diagnostische Maßnahmen könnten das erhöhte Risiko teilweise erklären, doch auch okkulte Krebserkrankungen könnten eine Urtikaria begünstigen. (am) Autoren: Sørensen HT et al.Korrespondenz: Henrik Toft Sørensen; [email protected]Studie: Urticaria and the risk of cancer: a Danish population-based cohort studyQuelle: Br J Dermatol 2024 Oct 17;191(5):706–712.Web: https://doi.org/10.1093/bjd/ljae264
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