Asthma: Lungenfunktion am besten morgens testen12. März 2025 Lungenfunktionstests werden laut einer neuen Studie am besten möglichst früh am Morgen durchgeführt. (Foto: © nazariykarkhut/stock.adobe.com) Britische Forscher haben herausgefunden, dass ein Lungenfunktionstest zur Diagnose von Asthma morgens besser funktioniert und bei Durchführung im Laufe des Tages an Zuverlässigkeit verliert. Auch weicht die Zuverlässigkeit im Winter deutlich von der im Herbst ab. Die meisten Asthmaanfälle treten nachts oder frühmorgens auf. Obwohl dies teilweise auf die kühlere Nachtluft und die Belastung durch Hausstaubmilben und Allergene zurückzuführen sein könnte, deutet es auch darauf hin, dass zirkadiane Rhythmen wahrscheinlich eine Rolle spielen. Wissenschaftler vom Victor Phillip Dahdaleh Heart and Lung Research Institute, einer Kooperation zwischen der Universität Cambridge und dem Royal Papworth Hospital NHS Foundation Trust, wollten anhand routinemäßig durchgeführter klinischer Tests untersuchen, ob diese zirkadianen Rhythmen Einfluss darauf haben, wie gut sich Asthma diagnostizieren lässt. Nutzung realer Patientendaten Der Cambridge University Hospitals NHS Foundation Trust (CUH) hat in der jüngeren Vergangenheit die Datenbank ERIN (Electronic Patient Record Research and Innovation) eingerichtet, damit Wissenschaftler für ihre Forschung auf Patientendaten zugreifen können. Anhand dieser Quelle analysierte das Cambridge-Team Daten zu 1600 Patienten, die zwischen 2016 und 2023 an das CUH überwiesen wurden. Bei der Auswertung wurden Faktoren wie Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index (BMI), Rauchverhalten und Schweregrad der Lungenfunktionsstörung bei Erstvorstellung berücksichtigt. Die Studienergebnisse zeigen, dass ab 8.30 Uhr mit jeder weiteren Stunde im Tagesverlauf die Wahrscheinlichkeit für ein positives Ergebnis beim Lungenfunktionstest um acht Prozent abnahm. Dr. Ben Knox-Brown vom Royal Papworth Hospital sagt: „Angesichts unserer Kenntnisse darüber, dass sich das Risiko für einen Asthmaanfall zwischen Tag und Nacht verändert, erwarteten wir einen Unterschied im Ansprechen der Patienten auf den Lungenfunktionstest. Dennoch waren wir vom Ausmaß des Effekts überrascht.“ Der Mediziner ergänzt: „Dies hat potenziell große Auswirkungen. Ein Test am Morgen liefert ein zuverlässigeres Bild des Ansprechens eines Patienten auf das Medikament als ein Test am Nachmittag, was bei der Bestätigung einer Diagnose wie Asthma wichtig ist.“ Auch saisonale Unterschiede Die Forscher fanden außerdem heraus, dass die Wahrscheinlichkeit für ein positives Ergebnis des Lungenfunktionstests im Herbst um 33 Prozent geringer war als bei Untersuchungen im Winter. Dr. Akhilesh Jha von der Universität Cambridge erklärt, dass dieser Unterschied möglicherweise auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurückzuführen ist: „Der Körper hat natürliche Rhythmen – unsere innere Uhr. Im Tagesverlauf schwanken beispielsweise die Hormonspiegel im Körper, und das Immunsystem reagiert unterschiedlich. Jeder dieser Faktoren könnte die Reaktion auf den Lungenfunktionstest beeinflussen. Die Annahme, dass die Tages- beziehungsweise die Jahreszeit unsere Gesundheit und unser Ansprechen auf Behandlungen beeinflusst, wird zunehmend bestätigt. Wir wissen beispielsweise, dass Menschen unterschiedlich auf Impfungen reagieren, je nachdem, ob sie morgens oder nachmittags verabreicht werden. Die Ergebnisse unserer Studie untermauern diese Annahme und sollten bei der Interpretation der Ergebnisse dieser häufig durchgeführten Tests berücksichtigt werden.“
Mehr erfahren zu: "Rahmenbedingungen für Organspende in Deutschland: Bündnis ProTransplant reicht Verfassungsbeschwerde ein" Rahmenbedingungen für Organspende in Deutschland: Bündnis ProTransplant reicht Verfassungsbeschwerde ein Anlässlich des diesjährigen Tages der Organspende (6. Juni) werben Organisationen und Ländervertreter erneut für die Widerspruchslösung und unterstreichen den anhaltenden Mangel an Spenderorganen in Deutschland. Das Bündnis ProTransplant zieht wegen […]
Mehr erfahren zu: "ASCO 2026: Ivonescimab verbessert Überleben beim squamösen NSCLC" Weiterlesen nach Anmeldung ASCO 2026: Ivonescimab verbessert Überleben beim squamösen NSCLC Die neuesten Ergebnisse der HARMONi-6-Studie zeigen, dass Ivonescimab plus Chemotherapie das Gesamtüberleben (OS) beim fortgeschrittenen squamösen Nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) unabhängig vom Spiegel des PD-L1-Proteins verlängert, verglichen mit Tislelizumab plus Chemotherapie.
Mehr erfahren zu: "Neue Studie bestätigt Wirksamkeit der Grippeimpfung bei Kindern" Neue Studie bestätigt Wirksamkeit der Grippeimpfung bei Kindern Grippeimpfstoffe für Kinder reduzieren die Zahl der Grippefälle im Kindesalter erheblich, wie eine neue Studie der Harvard Medical School (USA) bestätigt. Die in „JAMA Pediatrics“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass auf […]