Designierter Bundesgesundheitsminister – Grüne: „Einfach mal machen“ zu wenig im Gesundheitsressort

Carsten Linnemann wird neuer Bundesgesundheitsminister.

Carsten Linnemann soll Bundesgesundheitsminister werden. Aus der Opposition kommen Skepsis und Befürchtungen.

Der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann soll Bundesgesundheitsminister werden – Grüne und Linke sehen dies mit Skepsis. Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte der „Augsburger Allgemeinen“: „Entsteht der Eindruck, dass ausgerechnet für das Gesundheitsministerium weder gesundheitspolitische Erfahrung, ministerielle Führungserfahrung noch besondere medizinische Fachkenntnis entscheidend sind, beschädigt das das Vertrauen – in einer Zeit, in der dieses Vertrauen ohnehin bereits grenzwertig strapaziert ist.“ 

Die Herausforderungen im Gesundheitswesen seien gewaltig. „Sie brauchen kein Motto wie ‚Einfach mal machen‘, sondern Expertise, Empathie und den konsequenten Fokus auf die Menschen“, betonte Dahmen mit Hinweis auf einen Ausspruch, den Linnemann immer wieder verwendet. Gleichwohl wünschte er Linnemann „Erfolg für diese verantwortungsvolle Aufgabe.“ 

Lob von Lauterbach – Befürchtungen bei der Linken 

Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wünschte dem CDU-Politiker ebenfalls viel Erfolg. Mit Linnemann könne „man gut arbeiten“, schrieb der SPD-Politiker auf der Plattform X. 

Ganz anders die Reaktion der Linken. „Linnemann ist ein sozialpolitischer Hardliner und das lässt Schlimmes befürchten“, sagte der Linken-Gesundheitspolitiker Ates Gürpinar der „Rheinischen Post“. „In Zeiten, in denen die Bundesregierung den Menschen im Land einen Tiefschlag nach dem anderen verpasst, wäre es kein gutes Zeichen, wenn jemand Minister wird, der bisher nur dadurch aufgefallen ist, nach unten zu treten – gerade in so einem wichtigen Bereich wie Gesundheit und Pflege“, sagte Gürpinar.

FDP will Linnemann an früheren Äußerungen messen

FDP-Chef Wolfgang Kubicki schrieb auf X, Linnemann könne nun beweisen, dass er seinen Worten Taten folgen lasse: „Die Sozialbeiträge in Richtung 40 Prozent zu senken, bis zu 83 Krankenkassen abzuschaffen und die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze nachzuverhandeln, sind große Ziele. Wir werden ihn daran erinnern“, betonte Kubicki.

Portrait: Carsten Linnemann

Mit dem Motto „Einfach mal machen“ hatte Carsten Linnemann bisher als CDU-Generalsekretär die Rolle des Parteimanagers. Jetzt wechselt der 48-Jährige aus Paderborn an die Stelle von Warken ins Gesundheitsministerium – „einem zentralen Ressort der Reformbemühungen meiner Regierung“, wie Merz sagte. Das Ministerium stehe auch für den am stärksten wachsenden Sektor der deutschen Volkswirtschaft. Es brauche einen Minister, der „standfest und reformwillig zugleich ist“.

Linnemann hat Betriebswirtschaftslehre studiert, er war zwischenzeitlich Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion. Er gilt als Wirtschaftsliberaler mit knackigen Thesen zum Sozialstaat. An die Adresse der Gesetzlichen Krankenversicherung, für die er künftig zuständig ist, sagte Linnemann einmal: „Ich finde, zehn Krankenkassen in Deutschland reichen.»“

Der CDU-Politiker sitzt seit 17 Jahren im Bundestag. Über sein Privatleben sagt er: „In Schwaney und Paderborn bin ich auch heute noch zu Hause. Hier leben meine Familie und viele meiner Freunde. Hier bekomme ich beim Skat in meiner Stammkneipe den Kopf frei und kann beim Joggen auftanken.“


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