Asthma-Studie: Birken- und Gräserpollen erhöhen die Belastung in Bayern21. August 2026 Foto: Ingo Bartussek/stock.adobe.com Zwar ist seit Langem bekannt, dass Pollen Asthmabeschwerden auslösen oder verstärken können. Bislang waren die Forschungsergebnisse jedoch uneinheitlich. Insbesondere war oft nicht klar, welche Pollenarten besonders stark zur Asthmabelastung beitragen. Forschende vom Institut für Umweltmedizin und Integrative Gesundheit der Universität Augsburg haben dies nun in einer neuen Studien für Birken- und Gräserpollen gezeigt: Diese tragen offenbar signifikant zur Zahl ambulanter Asthma-Notfallbehandlungen in Bayern bei. Mithilfe automatisierter Pollenmessungen konnte das interdisziplinäre Forschungsteam den Zusammenhang zwischen verschiedenen Pollenarten und der Asthmabelastung präziser untersuchen als bislang möglich. Die Wissenschaftler hatten tägliche automatisierte Pollenmessungen in Augsburg, München und Nürnberg mit ambulanten Asthma-Notfallbehandlungen verknüpft. Bei der Auswertung wurden zudem weitere Umweltfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftverschmutzung berücksichtigt. Birken- und Gräserpollen besonders relevant Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere hohe Konzentrationen von Birken- und Gräserpollen mit einer erhöhten Zahl ambulanter Notfallbehandlungen von Asthma verbunden sind. Die Effekte unterschieden sich je nach Pollenart und traten teilweise verzögert auf.„Die differenzierte Betrachtung der einzelnen Pollenarten ist ein zentraler Fortschritt unserer Studie“, erklärt Erstautor Matteo Boser. „Wir können nun genauer beschreiben, welche Pollen mit einer erhöhten Asthmabelastung verbunden sind. Dadurch wird besser nachvollziehbar, welche Auswirkungen unterschiedliche Pollenarten auf die Gesundheit haben und wann für Menschen mit Asthma ein erhöhtes Risiko bestehen kann.“„Automatisierte Echtzeit-Pollendaten können künftig Frühwarnsysteme verbessern, Betroffene dabei unterstützen, ihre Behandlung rechtzeitig anzupassen, und Ärztinnen und Ärzte auf Phasen mit erhöhtem Risiko vorbereiten“, sagt Koautorin Prof. Claudia Traidl-Hoffmann. „Ziel ist es, Asthmabeschwerden künftig noch individueller verhindern zu können und Präventionsmaßnahmen stärker an den individuellen Bedarf anzupassen.“ Perspektiven für die weitere Forschung In zukünftigen Studien soll untersucht werden, wie sich Echtzeit-Pollendaten mit Vorhersagemodellen und individuellen Gesundheitsinformationen verknüpfen lassen. Weiterhin sollen weitere allergische Krankheitsbilder wie allergische Rhinitis, Konjunktivitis und atopische Dermatitis untersucht werden. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf der Analyse möglicher Synergieeffekte zwischen Pollen und anderen Umweltfaktoren, insbesondere Hitze und Luftschadstoffen, um deren gemeinsamen Einfluss auf die Gesundheit besser zu verstehen.
Mehr erfahren zu: "Wiederholte Allergenexposition kann neuronale Prozesse der Sensibilisierung verstärken" Wiederholte Allergenexposition kann neuronale Prozesse der Sensibilisierung verstärken Eine präklinische Studie identifiziert sensorische Neurone als mögliche Vermittler einer „allergischen Erinnerung“. Eine wiederholte Allergenexposition verstärkte im Mausmodell die neuroimmunologische Sensibilisierung.
Mehr erfahren zu: "Mukoviszidose: Dreifachtherapie ist im frühen Kindesalter besonders wirksam" Mukoviszidose: Dreifachtherapie ist im frühen Kindesalter besonders wirksam Seit 2020 gibt mit der sogenannten Dreifachtherapie eine ursächliche Behandlung der Mukoviszidose, die mittlerweile auch für Kinder ab zwei Jahren zugelassen ist. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass diese Therapie […]
Mehr erfahren zu: "Härtere Strafen für Angriffe auf Ärzte und Pflegepersonal" Härtere Strafen für Angriffe auf Ärzte und Pflegepersonal Wer Angehörige von Heilberufen, Polizisten oder Zugbegleiter angreift, soll künftig mit einer längeren Haftstrafe rechnen müssen. Eine Verschärfung ist auch bei Fällen von Volksverhetzung vorgesehen.