Asthma: Volle Kontrolle bei reduziertem ökologischem Fußabdruck28. März 2023 © Goffkein – stock.adobe.com (Symbolbild) Auch die Auswirkungen der medizinischen Versorgung auf das Klima geraten immer stärker in den Fokus. So hat eine Gruppe schwedischer und britischer Wissenschaftler untersucht, wie sich bei einer inhalativen Erhaltungstherapie der Wechsel von einem mit Treibmittel betriebenen Dosierinhalator (pMDI) auf einen Trockenpulverinhalator (DPI) im Vergleich zu einer fortgesetzten Standardbehandlung auf die Emission von Treibhausgasen (Kohlendioxidäquivalente [CO2e]) und die Asthmakontrolle auswirkt. Dafür führten die Forschenden eine Post-hoc-Analyse zu einer Untergruppe von 2236 (53%) Patienten aus der Salford Lung Study in Asthma durch: Diese Studienteilnehmer verwendeten zu Studienbeginn eine pMDI-basierte Controller-Therapie. Im Verlauf der Studie erhielten die Patienten nach Randomisierung entweder Fluticasonfuroat/Vilanterol (FF/VI) mit dem Ellipta-DPI (von pMDI auf DPI umgestellt; n=1081) oder setzten ihre übliche Behandlung fort (n=1155). Der jährliche CO2e-Wert (kg) wurde für die Gesamtzahl der für eine Erhaltungs- oder Bedarfstherapie rezeptierten Inhalatoren berechnet. Die Asthmakontrolle beurteilten die Studienautoren anhand des Anteils der laut dem Asthma Control Test (ACT) als Responder angesehenen Probanden (zusammengesetzt aus ACT-Gesamtscore ≥20 und/oder Anstieg gegenüber dem Ausgangswert ≥3). Die Gruppen unterschieden sich hinsichtlich der demografischen Merkmale und des ACT-Gesamtscores zu Studienbeginn kaum. Das Durchschnittsalter lag bei 49 Jahren, der mittlere ACT-Score in der Gruppe mit Standardversorgung 16,6 und unter FF/VI bei 16,5. Die jährlichen CO2e-kg pro Patient (Erhaltungs- plus Bedarfstherapie) fielen bei der FF/VI-DPI-Behandlung („Switch“-Gruppe) signifikant niedriger aus als unter üblicher Behandlung (geometrisches Mittel der kleinsten Quadrate 108 kg; 95%-KI 102–114 vs. 240 kg; 95%-KI 229–252; p<0,001). Die Asthmakontrolle war über die beobachteten 12 Monate in der FF/VI-DPI-Gruppe im Vergleich zur üblichen Versorgung durchweg besser. Fazit Die Studienautoren resümieren, dass Patienten, die von einer pMDI-basierten auf eine DPI-basierte Erhaltungstherapie umgestellt wurden, ihren CO2-Fußabdruck durch den Inhalator ohne Verlust der Asthmakontrolle mehr als halbieren konnten. Der verbleibende durch den Inhalator verursachte CO2-Fußabdruck könnte durch den Wechsel von pMDI zu DPI-Bedarfsmedikamenten oder alternativen Bedarfsinhalatoren mit kleinem CO2-Fußabdruck, sofern verfügbar, reduziert werden. Die Asthmakontrolle verbesserte sich in beiden Gruppen, wobei Patienten mit einer initialen FF/VI-DPI-Therapie eine bessere Kontrolle zeigten. (ac) Autoren: Woodcock A et al. Korrespondenz: Alison Moore; [email protected] Studie: Effects of switching from a metered dose inhaler to a dry powder inhaler on climate emissions and asthma control: post-hoc analysis Quelle: Thorax 2022;77(12):1187–1192. Web: https://doi.org/10.1136/thoraxjnl-2021-218088
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