Asthma: Zusammenleben mit Katzen verschlimmert Erkrankung von Kindern nicht10. Juni 2026 Foto: Cavan for Adobe/stock.adobe.com Eine groß angelegte Untersuchung an Kindern mit Asthma und Allergien deutet darauf hin, dass kein Zusammenhang zwischen dem Kontakt mit Katzen und dem Schweregrad des Asthmas besteht. Das Global Asthma Network schätzt die weltweite Prävalenz auf 9,1 Prozent bei Kindern und elf Prozent bei Jugendlichen. Dabei variieren diese Werte jedoch stark je nach Land, Region und Lebensumfeld. Weltweit treten die höchsten Prävalenzraten von Asthma im Kindesalter (mehr als 20%) auf den Britischen Inseln sowie in Teilen Ozeaniens und des Nahen Ostens auf. Zu den bekannten Risikofaktoren für die Entwicklung von Asthma zählen Luftverschmutzung, Rauchen, Virusinfektionen im Kindesalter, Adipositas sowie bereits bestehende Allergien wie Ekzeme oder Heuschnupfen. Patienten berichten vereinzelt, dass eine Exposition gegenüber Tierhaaren Asthmaanfälle auszulösen scheint. Die diesbezüglichen klinischen und epidemiologischen Daten sind jedoch bislang widersprüchlich und stammen überwiegend aus kleinen Studien an Untergruppen, die nicht zwangsläufig repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sind. Nun haben Forscher in der Fachzeitschrift „Frontiers in Allergy“ nachgewiesen, dass das Zusammenleben mit Katzen den Krankheitsverlauf bei Kindern mit Asthma und Allergien möglicherweise nicht verschlechtert. „Hier zeigen wir anhand einer landesweiten Kohorte schwedischer Kinder mit Asthma und Allergien, dass Kinder, die mit einer Katze zusammenleben, kurzfristig betrachtet einen ähnlichen Schweregrad ihres Asthmas, eine ähnliche Exazerbationsrate sowie eine vergleichbare Asthmakontrolle und Lungenfunktion aufwiesen wie Kinder ohne Katzen“, berichtet die korrespondierende Autorin Dr. Resthie R. Putri, Postdoktorandin am Karolinska-Institutet in Stockholm (Schweden). „Zudem stellten wir keine Unterschiede bei den Asthma-Parametern fest, die mit der Anzahl, dem Geschlecht oder dem Alter der Katzen zusammenhingen.“ Große pädiatrische Stichprobe Im Jahr 2023 begannen Putri und ihr Team eine Studie mit einer Kohorte von 30.277 Kindern – im Alter von vier bis 17 Jahren –, die zwischen 2006 und 2020 geboren wurden und bei denen Asthma oder eine Allergie der Atemwege diagnostiziert worden war. Die Wissenschaftler beobachteten diese Kinder über einen Zeitraum von 24 Monaten bis ins Jahr 2024, um den Verlauf des Asthma-Erkrankung zu verfolgen. Dabei werteten sie Daten zu Diagnosen, Notfallbehandlungen, verschriebenen Medikamenten sowie Ergebnissen von Asthmakontrolltests und Spirometrien aus, die aus verknüpften Informationen des schwedischen nationalen Patientenregisters, des Registers für verschreibungspflichtige Medikamente und des nationalen Registers für Atemwegserkrankungen stammten. In Schweden ist die Registrierung im nationalen Katzenregister seit 2023 für alle nach 2008 geborenen Hauskatzen obligatorisch. Für jedes Kind erfassten die Autoren, ob im Haushalt der Eltern im Jahr 2023 mindestens eine Katze lebte: Dies traf auf 9,4 Prozent der Kinder zu. Katzen verschlimmern Asthma bei Kindern nicht Die Ergebnisse zeigten keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Kontakt mit Katzen und dem Verlauf von Asthma. So trat beispielsweise mittelschweres bis schweres Asthma – basierend auf den verschriebenen Asthmamedikamenten – bei 9,6 Prozent der Kinder mit Katzenkontakt und bei 10,1 Prozent derjenigen ohne Kontakt zu einer Katze auf. Eine Asthma-Exazerbation kam bei 3,3 Prozent der Kinder mit Katzenkontakt und bei 3,5 Prozent der Kinder ohne eine solche Exposition vor. In einer Untergruppe von 1428 Kindern, für die Informationen zur Asthmakontrolle und Spirometrie-Daten vorlagen, lebten 97 Kinder (6,8%) mit Katzen zusammen. Hinsichtlich zweier gängiger Lungenfunktionsparameter ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. „Eine mögliche Erklärung ist, dass der Kontakt mit Katzenallergenen weit verbreitet ist, auch außerhalb des eigenen Zuhauses“, schlägt Putri vor. „Kinder, die keine Katze zu Hause haben, können dennoch in gemeinsam genutzten Umgebungen wie Schulen oder öffentlichen Verkehrsmitteln mit Allergenen in Berührung kommen. Dies könnte erklären, warum wir keinen Unterschied feststellen konnten.“ Die Wissenschaftlerin gibt zu bedenken: „Auch wenn diese umfangreichen Ergebnisse wertvolle Erkenntnisse liefern, fehlten uns Daten darüber, gegen welche Allergene die Kinder sensibilisiert waren. Zudem könnte es aufgrund der Tatsache, dass das nationale Katzenregister noch relativ neu ist, dazu gekommen sein, dass einige Kinder, die mit Katzen leben, fälschlicherweise als Kinder ohne Katzenkontakt eingestuft wurden.“ (ac)
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