Asthmatherapie: Selbstadministration und kürzere Dosierungsintervalle verschlechtern Adhärenz22. April 2024 © Microgen – stock.adobe.com (Symbolbild) Wie es in der realen fachärztlichen Versorgung mit der Therapietreue von Patienten mit schwerem Asthma (SA) im Hinblick auf biologische Therapien aussieht, hat eine Arbeitsgruppe anhand von Daten zu Betroffenen aus den USA untersucht. Die Analyse fußt auf Informationen aus der laufenden, nichtinterventionellen Studie CHRONICLE. Die Untersuchung, für die die Studienstandorte Datum und Ort aller Verabreichungen von Biologika angaben, umfasste eine Bewertung der Adhärenz von Therapien mit Benralizumab, Dupilumab, Mepolizumab, Omalizumab und Reslizumab, ausgedrückt als Anteil der mit dem jeweiligen Biologikum abgedeckten Tage (PDC) während der ersten 52 Wochen sowie die mittlere Anzahl der Tage, bis die Patienten die erwartete Anzahl an Dosen für 13, 26 und 52 Wochen erhielten. Insgesamt 2117 Patienten bekamen Biologika, bei den meisten (84%) erfolgte die Gabe bei einem Facharzt. Mit der Zeit nahmen diese Verabreichungen ab, wohingegen die Administrationen zu Hause zunahmen. Der mittlere PDC betrug 87%. Die durchschnittliche Anzahl der Tage bis zum Erhalt einer äquivalenten Anzahl von Dosen für 52 Wochen betrug für alle Biologika 423 (durchschnittliche Verzögerung von 58 Tagen). Dupilumab hatte über alle Intervalle hinweg den niedrigsten PDC und die höchsten durchschnittlichen Verzögerungen bei der Dosierung. Bei kommerziell versicherten Patienten konnten die Studienautoren eine stärkere Therapietreue beobachten. Fazit Die Untersuchung zeigt, dass SA-Patienten zum großen Teil die ihnen verordnete Therapie mit Biologika befolgten. Es gab allerdings Unterschiede: So zeigten Patienten bei kürzeren Dosierungsintervallen sowie solche mit Selbstadministration eine schlechtere Adhärenz. Dies hänge wahrscheinlich damit zusammen, dass in diesen Fällen mit höherer Wahrscheinlichkeit Verzögerungen in der Gabe auftreten könnten, glauben die Studienautoren. Bisherige Untersuchungen zu diesem Thema hätten sich auf Daten zu Krankenversicherungsansprüchen gestützt, merken die Wissenschaftler an und betonen, dass Verabreichungsinformationen von Fachärzten, wie in der vorliegenden Analyse, eine einzigartige Perspektive auf die Einhaltung der Therapie mit Biologika zur Selbstadministration bieten. Die Bewertung von Daten zu Versicherungsansprüchen führe hingegen möglicherweise dazu, dass Schätzungen zu hoch angesetzt würden. (ac) Autoren: Ledford DK et al. Korrespondenz: Christopher S. Ambrose; [email protected] Studie: Real-world severe asthma biologic administration and adherence differs by biologic: CHRONICLE study results Quelle: Ann Allergy Asthma Immunol 2023;131(5):598–605.e3. Web: https://doi.org/10.1016/j.anai.2023.07.017
Mehr erfahren zu: "Antibiotika werden global nicht optimal eingesetzt" Antibiotika werden global nicht optimal eingesetzt Antibiotika werden weltweit nicht optimal eingesetzt. So würden einfache Mittel für häufige bakterielle Infektionen zu wenig genutzt, in ärmeren Ländern erhalten Patienten oft nicht die Mittel, die bei schweren Infektionen […]
Mehr erfahren zu: "Kegelschneckengift: Neues schmerzstillendes Peptid für die subkutane Anwendung identifiziert" Kegelschneckengift: Neues schmerzstillendes Peptid für die subkutane Anwendung identifiziert Ein internationales Forschungsteam hat das Peptid AoIA aus dem Gift einer Kegelschnecke untersucht. In einem Tiermodell verringerte es nach subkutaner Injektion entzündungsbedingte Schmerzen deutlich. Damit könnte es eine schonendere Anwendungsoption […]
Mehr erfahren zu: "Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser" Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser Die DGOU macht zur Badesaison auf das Risiko von Querschnittlähmungen nach Kopfsprüngen aufmerksam. Vor dem Sprung solle die Wassertiefe geprüft und auf Kopfsprünge in trübes Wasser grundsätzlich verzichtet werden, ebenso […]