Atemwegsbezogene Mortalität bei jungen Krebsüberlebenden11. Dezember 2018 © andreaobzerova – fotolia.com (Symbolbild) Die Bestrahlung und/oder Chemotherapie im Rahmen einer Krebsbehandlung kann die Atemfunktion beeinträchtigen. Inwieweit sich dies auf lange Sicht auf die respiratorische Mortalität bei Patienten auswirken kann, die vor dem 40. Lebensjahr eine Krebsdiagnose erhalten und die 5 Jahre lang überlebt haben, auswirkt, haben jetzt britische Wissenschaftler untersucht. Grundlage der aktuellen Arbeit bildeten die Daten der British Childhood Cancer Survivor Study (BCCSS) und der Teenage and Young Adult Cancer Survivor Study (TYACSS). Die BCCSS umfasst 34.489 Krebsüberlebende, bei denen zwischen 1940 und 2006 vor dem 15. Lebensjahr in Großbritannien eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. Die TYACSS liefert Informationen zu 200.945 Krebsüberlebenden, bei denen die Diagnose zwischen 1971 und 2006 in England und Wales gestellt wurde, als sie zwischen 15 und 39 Jahre alt waren. Insgesamt wurden in der BCCSS-Kohorte 164 Todesfälle im Zusammenhang mit Atmungsproblemen beobachtet, in der TYACSS-Kohorte waren es 1079. Dies entsprach dem 6,8-Fachen (95%-Konfidenzintervall [KI] 5,8-7,9) bzw. 1,7-Fachen (95 %-KI 1,6-1,8) des erwarteten Wertes. Das Risiko fiel jedoch je nach Art des mit der Atmung in Zusammenhang stehenden Todes sehr unterschiedlich aus. Die meisten zusätzlichen Todesfälle traten in der BCCSS-Studie nach Tumoren des Zentralen Nervensystems auf. In der TYACSS-Studie traf dies neben Tumoren des Zentralen Nervensystems auch auf Lungenkrebs, Leukämie und Kopf-Hals-Tumoren zu. Die Zahl der zusätzlichen Todesfälle aufgrund von Atemproblemen stieg mit zunehmendem Alter der Krebsüberlebenden an: In der BCCSS-Kohorte wurden 7 (95 %-KI 2,4–11,3) dieser Todesfälle bei über 50-Jährigen dokumentiert sowie 3 (95 %-KI 1,4–4,2) ab einem Alter von 60 Jahren in der TYACSS-Studie. Fazit Bei Krebsüberlebenden steigt mit zunehmendem Alter die Zahl der Todesfälle aufgrund von Atemproblemen an. Häufig traten solche Todesfälle nach Tumoren des Zentralen Nervensystems auf. Autoren: Fidler MM et al. Korrespondenz: Prof. Michael M. Hawkins, Centre for Childhood Cancer Survivor Studies, Institute of Applied Health Research, Universityof Birmingham, Birmingham B15 2TY, Großbritannien; [email protected] Studie: Respiratory mortality of childhood, adolescent and young adult cancer survivors Quelle: Thorax 2018;73(10):959–968. Web: thorax.bmj.com
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