ATLANTIS-Studie: Persistierende Atemflusslimitation auch bei leichtem Asthma

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In einer Post-hoc-Analyse der ATLANTIS-Studie haben deren Autoren die Prävalenz, klinischen Merkmale und Auswirkungen einer persistierenden Atemflusslimitation (PAL) bei Asthmapatienten über das gesamte Spektrum der Schweregrade der Erkrankung untersucht. Dieser Auswertung zufolge existiert eine PAL nicht nur bei schweren Erkrankungen, sondern auch bei einem beträchtlichen Anteil von Patienten mit leichterem Asthma.

Die Studienpopulation umfasste Patienten im Alter von 18–65 Jahren, bei denen ≥6 Monate vor der Aufnahme in die Untersuchungen Asthma diagnostiziert worden war. Die Forschenden definierten eine PAL als ein Verhältnis von 1-Sekunden-Kapazität (FEV1) nach Bronchodilatation zu forcierter Vitalkapazität (FVC) von unter der unteren Normgrenze bei der Rekrutierung des Patienten für die Studie.

Der Asthmaschweregrad wurde gemäß den Kriterien der Global Initiative for Asthma definiert. Um die Unterschiede in den Ausgangsmerkmalen zwischen Patienten mit und ohne PAL zu analysieren, setzten die Wissenschaftler den Mann-Whitney-U-Test, den t-Test oder den χ2-Test ein, während eine logistische Regression für die multivariable Analyse der Assoziationen zwischen PAL und Ausgangsdaten verwendet wurde. Mittels Cox-Regression analysierte man das Exazerbationsrisiko in Bezug auf PAL und mit einem linearen Mixed-Effects-Modell die Veränderung der FEV1 im Laufe der Zeit bei Patienten mit vs. solche ohne PAL. Eine Validierung der Ergebnisse erfolgte in der U-BIOPRED-Kohorte.

Im Zeitraum 30.06.2014–03.03.2017 wurden 773 Patienten in die ATLANTIS-Studie aufgenommen, von denen für 760 (98%) FEV1/FVC-Daten nach Bronchodilatation verfügbar waren. Die eingeschlossenen Patienten mit verfügbaren Daten waren im Durchschnitt 44 Jahre alt (SD 13). Bei 441/760 (58%) handelte es sich um Frauen, 578 der Teilnehmenden (76%) hatten niemals geraucht und 248 (33%) wiesen eine PAL auf.

Die Forschenden beobachten eine PAL nicht nur bei Patienten mit schwerem Asthma, sondern auch bei 21 (16%) von 133 Patienten mit einer Erkrankung der GINA-Stufe 1 und bei 24 (29%) von 83 Patienten mit GINA-Stufe 2. Eine PAL war unabhängig mit höherem Alter bei Studienbeginn assoziiert (46 Jahre in der PAL-Gruppe vs. 43 Jahre in der Nicht-PAL-Gruppe) sowie mit einer längeren Dauer der Asthmaerkrankung (24 vs. 12 Jahre), männlichem Geschlecht (51% vs. 38%), einer höheren Eosinophilenzahl im Blut (Median 0,27×109 Zellen/l vs. 0,20×109 Zellen/l), einer stärkeren Dysfunktion der kleinen Atemwege und mehr Exazerbationen während der 1-jährigen Nachbeobachtung. Assoziationen zwischen PAL, Alter und eosinophiler Entzündung wurden in der U-BIOPRED-Kohorte validiert, während ein Zusammenhang mit Geschlecht, Asthmadauer und Exazerbationsrisiko darin nicht bestätigt wurde.

Fazit
Dieser Auswertung zufolge existiert eine PAL nicht nur bei schweren Erkrankungen, sondern auch bei einem beträchtlichen Anteil von Patienten mit leichterem Asthma. Bei diesen letztgenannten Personen sei eine PAL mit einer eosinophilen Entzündung und einem höheren Exazerbationsrisiko verbunden, schreiben die Forschenden. Die Wissenschaftler schätzen die Ergebnisse deshalb als wichtig ein, weil sie darauf hindeuten, dass eine Erhöhung der Behandlungsintensität bei Patienten mit leichterem Asthma und PAL in Erwägung gezogen werden sollte. (ac)

Autoren: Kole TM et al.
Korrespondenz: Tessa M. Kole; [email protected]
Studie: Predictors and associations of the persistent airflow limitation phenotype in asthma: a post-hoc analysis of the ATLANTIS study
Quelle: Lancet Respir Med 2023;11(1):55–64.
Web: https://doi.org/10.1016/S2213-2600(22)00185-0