Atopische Dermatitis: Auftreten extrakutaner Infektionen

Neurodermitis
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Die Atopische Dermatitis (AD) geht zumeist mit einer erhöhten bakteriellen Kolonisation und daraus folgend häufigeren Infektionen der Haut sowie möglicherweise auch extrakutanen Infektionen einher. Die Ergebnisse früherer Studien kommen diesbezüglich jedoch zu widersprüchlichen Ergebnissen, was die Entwicklung extrakutaner Infektionen bei AD angeht. US-amerikanische Derma­tologen führten daher eine Meta-Analyse durch, um festzustellen, ob extrakutane bakterielle oder mykobakterielle Infektionen bei Vorliegen einer AD vermehrt auftreten.

Die gepoolte Meta-Analyse wurde unter Beachtung der Zufallsgewichtung durchgeführt. Die Autoren fanden lediglich 7 Studien, die den Inklusionskriterien entsprachen. In allen diesen Untersuchungen wurde bei AD-Patienten eine erhöhte Chance für das Auftreten mindestens 1 extrakutanen Infektion gefunden, darunter Entzündungen der Herzinnenhaut, Meningitis, Enzephalitis, Knochen- und Gelenksinfektionen sowie Sepsis.

AD war bei Kindern wie bei Erwachsenen mit einem höheren Chancenverhältnis für Infektionen des Ohres (Chancenverhältnis 1,29; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,16–1,43), für Halsentzündungen (Chancenverhältnis 2,31; 95 %-KI, 1,66–3,22) und Infektionen der Harnwege (Chancenverhältnis 2,31; 95 %-KI 1,66–3,22) assoziiert, nicht jedoch für Lungenentzündungen (Chancenverhältnis 1,72; 95 %-KI 0,75–3,98). Ein Publikations-Bias (Tendenz zur einseitigen Veröffentlichung) konnte nicht festgestellt werden. (am)