Atopische Dermatitis: Kein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko21. August 2017 © Syda Productions – fotolia.com Verschiedene epidemiologische Studien legen einen Zusammenhang zwischen Atopischer Dermatitis (AD) und einem erhöhten kardiovaskulären Risiko nahe. Epidemiologen untersuchten nun in einer kürzlich veröffentlichten Studie die Zusammenhänge und die potentiell zugrundeliegenden Pfade von AD und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu bedienten sie sich der Daten aus großen Kohortenstudien: Der AOK Plus-Kohorte (n = 1,2 Millionen), der GINIplus/LISAplus Geburtenkohorten (n = 2286) und der F4-Kohorte (n = 2990) aus der kooperativen Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA). Zusätzlich wurden die Metabolomik-Daten aus KORA F4 sowie etablierte kardiovaskuläre Risiken aus Genom-weiten Daten von 10.788 Fällen AD und 30.047 Kontrollen analysiert. Die Längsschnittanalyse der Patienten mit AD in der Kohorte AOK PLUS zeigte ein leicht erhöhtes Risiko der Inzidenz von Angina pectoris (adjustierte Risikoquote 1,17; 95-% Konfidenzintervall [KI] 1,12–1,23), für Bluthochdruck (1,04; 95-% KI 1,02–1,06) sowie für die periphere arterielle Verschlusskrankheit (1,15; 95-% KI 1,11–1,19), jedoch nicht für Myokardinfarkte (1,05; 95-% KI 0,99–1,12) oder Schlaganfälle (1,02; 95-% KI 0,98–1,07). In den Kohorten von KORA F4 und GINIplus/LISAplus stand die AD in keinem Zusammenhang mit kardiovaskulären Risikofaktoren; es wurden auch keine Unterschiede hinsichtlich der Stoffwechselproduktkonzentrationen gefunden. Die Autoren fanden keinen belastbaren Nachweis für eine gemeinsame genetische Risikovariante für AD und kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Untersuchung weist lediglich auf ein geringfügig erhöhtes Risiko für Angina pectoris, Bluthochdruck sowie periphere arterielle Verschlusskrankheit, jedoch nicht für Infarkt oder Schlaganfall hin. Relevante Zusammenhänge zwischen AD und kardiovaskulären Risikofaktoren, wie sie in Populationen US-amerikanischer Studien auftauchen, konnten die Autoren nicht belegen. Sie gehen dementsprechend davon aus, dass Patienten mit AD keine erhöhten, genetisch bedingten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen aufweisen. Autor: Standl et al. Korrespondenz: Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München-German Research Center for Environmental Health, Neuherberg Studie: Association of Atopic Dermatitis with Cardiovascular Risk Factors and Diseases Quelle: J Invest Dermatol 2017 May;137(5):1074–1081. Web: dx.doi.org/10.1016/j.jid.2016.11.031
Mehr erfahren zu: "Glaukom: Statine könnten das Erkrankungsrisiko senken" Glaukom: Statine könnten das Erkrankungsrisiko senken Die Einnahme von Statinen steht im Zusammenhang mit einem geringeren Risiko, an einem Glaukom zu erkranken. Zudem könnte die Wahrscheinlichkeit für ein Fortschreiten der Erkrankung herabgesetzt werden. Darauf deuten die […]
Mehr erfahren zu: "NAION: GLP-1-Medikamente könnten zu schnellerem Sehverlust im zweiten Auge führen" NAION: GLP-1-Medikamente könnten zu schnellerem Sehverlust im zweiten Auge führen Eine aktuelle Arbeit zeigt, dass bei Patienten mit seltener beidseitiger nicht-arteriitischer anteriorer ischämischer Optikusneuropathie (NAION) die Erkrankung am zweiten Auge unter Einnahme von GLP-1-Medikamenten früher auftreten kann.
Mehr erfahren zu: "Glaskörpertrübungen: Die unterschätzte psychische Belastung" Glaskörpertrübungen: Die unterschätzte psychische Belastung Symptomatische Glaskörpertrübungen gehen häufig mit einer psychischen Komponente einher, die das emotionale Wohlbefinden beeinträchtigen kann. Hierauf sollte im Umgang mit Patienten mit Glaskörpertrübung geachtet werden.