Atopische Dermatitis: Steroidphobie und Adhärenz

Neurodermitis
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Die weitverbreitete Angst vor Glukokortikoiden bzw. deren langfristige Nebenwirkungen kann die Adhärenz der topischen Behandlung Atopischer Dermatitis und somit die Krankheitskontrolle empfindlich stören; sogar eine nicht steroidale Therapie kann durch eine solche Phobie negativ beeinflusst werden.

Japanische Dermatologen haben nun in einer aktuell im „Journal of Dermatology“ publizierten Untersuchung den Zusammenhang von Adhärenz, Schweregrad der Atopischen Dermatitis und dem Auftreten von Pruritus untersucht: Die Autoren evaluierten die Ergebnisse einer internetbasierten Befragung von Patienten mit Atopischer Dermatitis, die sie in drei Untersuchungsgruppen unterteilten: Nichtanwender von Steroiden, Steroid-Vermeider und Steroid-Anwender.

Im Widerspruch zu den von den Forschern eingangs erwarteten Ergebnissen erwiesen sich die Steroid-Vermeider gegenüber den Juckreiz auslösenden Konditionen (Schwitzen, Alkohol, Wolle) im Vergleich zu Steroid-Anwendern als weniger empfindlich. Die Autoren stellten außerdem fest, dass Patienten mit starkem Pruritus sensibler auf Alltagssituationen wie Baden, Bettruhe, Arbeit, Alkoholgenus, Kleidungswechsel oder pikante Speisen reagierten; dies zeigte sich ebenso in Verfassungen wie Ärger, Stress, Nervosität, Traurigkeit und auch Freude.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass Steroidvermeidung und Schweregrad des Pruritus die Wahrnehmung des Juckreizes bei AD beeinflussen; diese Erkenntnisse könnten bei der Kommunikation mit AD-Patienten eine wichtige Rolle einnehmen.