Atopische Dermatitis und Kontaktallergie: Kohortenstudie zum Zusammenhang

Neurodermitis
© Boris Zerwann – Adobe Stock

Die Atopische Dermatitis (AD) ist besonders durch eine Beeinträchtigung der Hautbarriere gekennzeichnet; eine geschwächte Hautbarriere wiederum erlaubt Allergenen ein einfacheres Eindringen. Bislang ist nicht geklärt, ob AD das Risiko zur Entwicklung einer Kontaktallergie erhöht.

Zur Klärung dieser Frage unternahmen schwedische Umweltmediziner eine Kohortenstudie, in deren Rahmen sie das Auftreten von AD und Kontaktallergien untersuchten: Der Zusammenhang zwischen einer im Vorschulalter erstmals auftretenden AD und der Entwicklung einer Kontaktallergie im Alter von 16 Jahren standen dabei im Fokus der Studie.

Dazu wurden 2.215 16-Jährige, die (bzw. deren Eltern) bereits in ihrer Kindheit wiederholt zu Charakteristika ihrer AD befragt wurden, mittels Patch-Test auf Kontaktallergien untersucht. Das Vorliegen einer AD im Vorschulalter war bei Jungen (angepasstes Chancenverhältnis 1,51; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,03–2,20) mit mindestens einer Kontaktallergie im Alter von 16 Jahren assoziiert; bei Mädchen (angepasstes Chancenverhältnis 0,77; 95 %-KI 0,54–1,10) konnte dieser Zusammenhang nicht mit statistischer Signifikanz nachgewiesen werden.

Eine im Vorschulalter erstmals auftretende AD stand weder bei Mädchen noch bei Jungen mit einer Kontaktallergie auf Nickel in Zusammenhang, jedoch mit einer Kontaktallergie auf den Duftstoff-Mix I (angepasstes Chancenverhältnis 3,10; 95 %-KI 1,66–5,80). Der Zusammenhang zeigte sich besonders deutlich, wenn im Vorschulalter eine AD in Kombination mit einer IgE-Sensibilisierung auf Aero- oder Nahrungsmittelallergene vorlag (angepasstes Chancenverhältnis 3,80, 95 %-KI 1,67–8,61). (am)