Auch ein wesentlicher Faktor für den Verlauf bakterieller Infektionen bei MASLD: Das Darmmikrobiom

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Ein neu entdeckter biologischer Zusammenhang erklärt, warum es bei Menschen mit einer Stoffwechseldysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD) bei bestimmten, durch Lebensmittel übertragenen Infektionen zu eine deutlich schwereren Krankheitsverlauf kommt.

Die Autoren einer im Journal „Gut Microbes“ veröffentlichten Studie bezeichnen diese als die erste, die aufzeigt, wie Veränderungen in der Verbindung zwischen Darm und Leber den Verlauf solcher Infektionen verschlimmern können. Forschungsergebnissen aus der jüngeren Vergangenheit zufolge könnte es einen Zusammenhang zwischen der MASLD und einer erhöhten Infektionsanfälligkeit geben – allerdings waren die zugrundeliegenden biologischen Mechanismen bisher nicht klar.

In einer Studie an Mäusen stellten die Forscher fest, dass MASLD den Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit Vibrio vulnificus drastisch verschlechtert. Dieses potenziell lebensbedrohliche, durch Lebensmittel übertragene Bakterium wird häufig mit dem Verzehr von Meeresfrüchten in Verbindung gebracht. Mäuse mit MASLD wiesen nach der oralen Aufnahme des Erregers im Vergleich zu gesunden Mäusen deutlich stärkere Leberschäden, Entzündungen und Fibrosen auf.

Darmmikrobiom als zentraler Faktor bei schweren Erkrankungen

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine zugrundeliegende Lebererkrankung nicht nur das Infektionsrisiko erhöht, sondern auch die Reaktion des Körpers grundlegend verändert“, erklärt der korrespondierende Autor Prof. Saurabh Chatterjee, Umwelt- und Arbeitsmediziner an der
Joe C. Wen School of Population & Public Health der University of California Irvine. „Wir haben das Darmmikrobiom als zentralen Faktor identifiziert, der diese schweren Krankheitsverläufe begünstigt.“

Die Studie verdeutlicht, wie MASLD die normale Darmfunktion stört, was zu einer erhöhten Darmdurchlässigkeit, veränderten Immunreaktionen und einer Darmdysbiose führt. Diese Veränderungen ermöglichen es schädlichen Bakterien und entzündungsfördernden Signalen, über die Darm-Leber-Achse leichter vom Darm in die Leber zu gelangen.

Entscheidende Rolle für den Infektionsverlauf

Infolgedessen zeigten MASLD-Mäuse, die V. vulnificus ausgesetzt waren, deutlich schwerwiegendere Krankheitsverläufe. Dazu gehörten erhöhte Marker für Leberschäden und systemische Entzündungen, ein Anstieg eisenbezogener Proteine ​​(die das Bakterienwachstum fördern können), eine verstärkte Aktivierung entzündungsfördernder Immunzellen sowie ein rascheres Voranschreiten der Lebervernarbung und erste Anzeichen einer Zirrhose.

Im Gegensatz dazu zeigten gesunde Mäuse, die demselben Erreger ausgesetzt waren, weitaus weniger schwere Auswirkungen. Die Forschenden stellten zudem fest, dass das Darmmikrobiom eine entscheidende Rolle für den Verlauf dieser Infektionen spielt. Als nach der Infektion ein gesundes Mikrobiom wiederhergestellt wurde, zeigten die Mäuse mit MASLD deutliche Verbesserungen, darunter einen Rückgang von Leberschäden, Entzündungen und Fibrosen.

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Darmmikrobiom nicht nur eine passive Rolle spielt, sondern ein beeinflussbarer Faktor ist, an dem man ansetzen könnte, um den Schweregrad der Infektion zu verringern“, erklärt Erstautor Dr. Punnag Saha, ehemaliger Doktorand in Chatterjees Labor. „Therapien wie die Wiederherstellung des Mikrobioms könnten vielversprechende Ansätze zum Schutz von Hochrisikopatienten bieten.“

Nicht Cholera-bedingte Vibriosen, die durch Bakterien wie V. vulnificus und V. parahaemolyticus verursacht werden, betreffen weltweit schätzungsweise eine halbe Million Menschen pro Jahr. Die Fallzahlen steigen – bedingt unter anderem durch den Klimawandel, steigende Meerestemperaturen und sich wandelnde Umweltbedingungen. Es ist bereits bekannt, dass Patienten mit chronischen Lebererkrankungen einem höheren Risiko ausgesetzt sind; einigen Schätzungen zufolge ist das Risiko für schwere Infektionsverläufe bei ihnen bis zu fünfmal höher.

Indem sie aufzeigt, wie eine Fehlfunktion des Darmmikrobioms den Verlauf dieser Infektion beeinflusst, liefert die Studie laut ihren Autoren wichtige Erkenntnisse darüber, warum Patienten mit MASLD besonders gefährdet sind. Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für künftige klinische Strategien, die auf Prävention, Risikominimierung und mikrobiombasierte Interventionen setzen, um gefährdete Bevölkerungsgruppen angesichts der steigenden Fallzahlen besser zu schützen. (ac)