Auch Kinder mit metabolisch gesunder Adipositas benötigen eine Behandlung26. März 2026 Eine Adipositasbehandlung schützt auch metabolisch gesunde übergewichtige Kinder vor Spätfolgen. (Foto: © yuriygolub – stock.adobe.com) Auch wenn Kinder mit Adipositas keine Anzeichen für Stoffwechselkomplikationen aufweisen, haben sie dennoch ein deutlich erhöhtes Risiko, im späteren Leben an Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und abnormalen Blutfettwerten zu erkranken. Das zeigt eine Studie des Karolinska-Instituts, die in „JAMA Pediatrics“ veröffentlicht wurde. „Es gab eine Debatte darüber, ob Kinder mit normalen Blut- und Leberwerten sowie normalem Blutdruck möglicherweise keine Behandlung für ihre Adipositas benötigen. Unsere Studie zeigt, dass diese Annahme falsch ist“, erklärt Claude Marcus, Professor am Institut für Klinische Wissenschaft, Intervention und Technologie des Karolinska-Instituts. Ein deutlich erhöhtes Risiko Die Studie umfasste etwas mehr als 7200 Kinder im Alter von sieben bis 17 Jahren, die in Schweden eine Adipositas-Behandlung begonnen hatten und bis zum Alter von 30 Jahren nachbeobachtet wurden. Die Forscher verglichen Kinder mit metabolisch gesunder Adipositas (MHO), Kinder mit Adipositas und gestörten kardiometabolischen Risikomarkern (MUO) sowie Gleichaltrige aus der Allgemeinbevölkerung. Im Alter von 30 Jahren hatten neun Prozent der Kinder mit MHO Typ-2-Diabetes entwickelt, verglichen mit 17 Prozent der Kinder mit MUO und 0,5 Prozent in der Kontrollgruppe. Ähnliche Muster wurden bei Bluthochdruck (11% in der MHO-Gruppe, 18% in der MUO-Gruppe und 4% in der Kontrollgruppe) sowie bei abnormalen Blutfettwerten (5% bzw. 13% vs. 1%in der Allgemeinbevölkerung) beobachtet. „Selbst Kinder mit Adipositas, die keine Anzeichen einer kardiometabolischen Beeinträchtigung zeigen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für zukünftige Erkrankungen. Das bedeutet, dass ein normaler Blutdruck und das Fehlen abnormaler Blutwerte keinen ausreichenden Schutz vor zukünftiger Morbidität bieten“, betont Emilia Hagman, außerordentliche Professorin am Institut für Klinische Wissenschaft, Intervention und Technologie des Karolinska-Instituts. Alle Kinder benötigen eine Behandlung Alle Kinder in der Studie erhielten Unterstützung für gesündere Lebensgewohnheiten, und die Forscher untersuchten zudem, ob das Ansprechen auf die Behandlung das Risiko zukünftiger Erkrankungen in den verschiedenen Gruppen beeinflusste. Ein gutes Ansprechen auf die Behandlung im Kindesalter war mit einem verringerten Risiko für alle untersuchten Erkrankungen verbunden. Der Effekt war in der MHO- und der MUO-Gruppe gleichermaßen signifikant. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass alle Kinder mit Adipositas eine Behandlung benötigen, auch wenn sie bei der Untersuchung völlig gesund erscheinen“, betont Marcus. (ej/BIERMANN) Lesen Sie außerdem zum Thema Adipositas und Typ-2-Diabetes bei Kinder: Zentrale Adipositas ist bei Jugendlichen Hauptrisikofaktor für Typ-2-DiabetesMehr Schlaf und Bewegung könnten Jugendliche vor Typ-2-Diabetes schützen
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