Auftreten von Zweitmelanomen: Ermittlung der wichtigsten Risikofaktoren14. März 2019 © M.Dörr & M.Frommherz – fotolia.com Welche Faktoren beeinflussen das Risiko, nach einem erfolgreich therapierten Primärmelanom erneut an Schwarzem Hautkrebs zu erkranken? Diese Frage stellten sich Dermatologen der Universitätshautklinik Wien und kommen nach ihrer Untersuchung zu einem beunruhigenden Ergebnis: Das Risiko, erneut an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, ist gegenüber der Allgemeinbevölkerung erhöht. Im Rahmen der retrospektiven Untersuchung wurden die Daten von 1648 Patienten (Durchschnittsalter 54 Jahre, 53,6 % Männer) ausgewertet, bei denen zwischen 1968 und 2015 ein Malignes Melanom diagnostiziert worden war. Von den Patienten lagen zahlreiche Informationen vor, beispielsweise wie viele Naevi sie aufwiesen, ob sie zuvor an nicht-melanozytärem Hautkrebs erkrankt waren und ob Aktinische Keratosen an der Haut vorlagen. Außerdem waren bei einem großen Teil der Patienten Mutationen ermittelt worden. 1349 Patienten hatten nur ein Melanom, 299 waren bereits mehrfach an einem Melanom erkrankt. Das Risiko, nach einem 1. Melanom ein 2. Mal oder sogar noch häufiger am Melanom zu erkranken, war höher, wenn bestimmte Mutationen (CDKN2A) vorlagen oder wenn es bereits Melanomfälle in der Familie gab. Auch Patienten mit vielen Naevi zeigen ein erhöhtes Risiko. Auch Vorerkrankungen an hellem Hautkrebs und Hautschäden, die auf die Sonneneinstrahlung zurückzuführen waren, insbesondere am Rücken, erhöhten das Risiko für Zweitmelanome. Alle diese Risikofaktoren waren zudem mit einem früheren Auftreten zweiter Melanome nach der Erstdiagnose verbunden. Auch die Anzahl der Melanome selbst hatte Einfluss: So entwickelten Patienten, bei denen insgesamt 3 Melanome auftraten, das 2. Melanom in einem geringeren Lebensalter als Patienten mit nur 2 Melanomen. Hingegen hatten die Zeit, die im Freien verbracht wurde, der Besuch von Solarien, berufliche Beschäftigung im Freien und die Haarfarbe in dieser Studie keinen Einfluss auf das Risiko für 2. Melanome. In dieser Untersuchung hatten, so das Fazit der Autoren, Faktoren wie die Familiengeschichte, die vorherrschenden genetische Varianten, die Anzahl der Naevi sowie das Auftreten Aktinischer Keratosen auf dem Rücken mehr Gewicht als der Hauttyp oder die Haarfarbe. (am)
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