Ausgezeichnet: Oskar-Medizinpreis und Journalistenpreise auf dem DKOU 202620. Oktober 2026 Der Moderator der feierlichen Kongress-Eröffnung Henning Quanz (2. v.l.) im Gespräch mit Preisträger Matthias Kollert (4. v. l.), umringt vom stellvertretenden Vorsitzenden der Stiftung Oskar-Helene-Heim (3. v.l.), dem Laudator und den Kongress-Präsidenten. Foto: hr/BIERMANN Auf dem DKOU 2026 wurde im Rahmen der Eröffnung – neben drei Journalistenpreisen – der Oskar-Medizinpreis der Stiftung Oskar-Helene-Heim verliehen. Den Preis erhielt Dr. Matthias Kollert für seine Arbeiten zur extrazellulären Matrix von Sehnengewebe. Die Arbeit von Kollert habe „alles, was wir gerne sehen“, so Prof. Karsten Perka, Ärztlicher Direktor des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité in Berlin, in seiner Laudatio im Rahmen der feierlichen Kongress-Eröffnung am 19. Oktober 2026 in Berlin. Der mit 50.000 Euro dotierte Oskar-Medizinpreis war in diesem Jahr im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie ausgeschrieben mit dem Fokus auf „Neue interdisziplinäre oder klinisch-medizintechnische Ansätze zur Therapie muskuloskelettaler Erkrankungen“. Oskar-Medizinpreis würdigt herausragende Leistungen Perka verwies darauf, dass Kollert ursprünglich Maschinenbau studiert habe, um sich dann der Biomedizin zu widmen. In seiner Promotion hat sich Kollert mit der extrazellulären Matrix beschäftigt und 2025 Ergebnisse seiner Forschung im Fachjournal „Nature Biomedical Engineering“ veröffentlicht. Kollert ist Mitarbeiter am Julius Wolff Institut (JWI) – Center for Musculoskeletal Biomechanics and Regeneration der Charité. Derzeit arbeite Kollert an synthetischen 3D-Hydrogenmodellen sowie an Software-Tools, die eine bessere Darstellung von Sehnenerkrankungen in der Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglichen sollen, wie Perka ausführte. Für seine Forschung zur „materialwissenschaftlich interpretierbaren MRT-Analyse der extrazellulären Matrix von Sehnengewebe“ erhält Kollert die Auszeichnung der Stiftung Oskar-Helene-Heim. Mit ihrem Preis, der 2010 erstmals verliehen wurde, möchte die Stiftung hervorragende Leistungen würdigen und weitere Forschung unterstützen. Journalisten-Preis JOU: Fernseh-Beitrag überzeugt durch Authentizität und Emotionalität Neben diesem Wissenschaftspreis wurde auf der Kongress-Eröffnung auch der Deutsche Journalistenpreis für Orthopädie und Unfallchirurgie (JOU) verliehen. Daneben hatten der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) und die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) auch zwei Sonderpreise ausgelobt. Den JOU erhielt die ZDF-Produktion „Die Lebensretter von Murnau“ von Matthias Ebel (me:works media productions). „Die Lebensretter von Murnau“ begleitet die Versorgung schwer verletzter Patientinnen und Patienten durch die gesamte Behandlungskette: von der Unfallstelle über Schockraum und Operation bis hin zur Rehabilitation. Die Serie vermittelt dabei nicht nur medizinische Abläufe präzise und verständlich, sondern macht vor allem die Menschen sichtbar, die in der Orthopädie und Unfallchirurgie unter höchstem Zeitdruck Verantwortung übernehmen. Hoch spezialisierte Medizin, Teamarbeit und schnelle Entscheidungen Die Jury überzeugte der Beitrag vor allem durch seine Authentizität und emotionale Tiefe sowie durch die verständliche Darstellung der gesamten Behandlungskette. Im Mittelpunkt steht der Schockraum der Unfallklinik Murnau. Rettungskräfte, Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte kommen zu Wort, erläutern medizinische Zusammenhänge und schildern offen die fachlichen und emotionalen Herausforderungen ihres Alltags. So vermittelt die Serie die Anspannung im Schockraum ebenso wie die Erleichterung nach einer gelungenen Operation, immer mit viel Mitgefühl für den Patienten oder die Patientin. „‚Die Lebensretter von Murnau‘ zeigt auf beeindruckende Weise, was moderne Orthopädie und Unfallchirurgie ausmacht: hoch spezialisierte Medizin, Teamarbeit und schnelle Entscheidungen, von denen im Ernstfall ein Menschenleben abhängt. Die Serie ist nah an den Menschen und emotional und vermittelt zugleich authentische Einblicke in die medizinische Teamarbeit“, hob der Juryvorsitzender Prof. Karsten E. Dreinhöfer in seiner Laudatio hervor. Die erste, fünfteilige Staffel der Serie wurde ab dem 19. November 2025 im ZDF ausgestrahlt und ist seitdem in der ZDF-Mediathek abrufbar. Sonderpreise für Broschüre zu Unfallopfern und Reportage über Knieprothese Neben dem JOU verliehen BVOU und DGOU in diesem Jahr zwei Sonderpreise: Einer ging an Michael Heß für die von ihm konzipierte und redaktionell betreute Broschüre „Sekunden, die ein Leben verändern – Unfallopfer berichten“. Auf rund 85 Seiten versammelt die Publikation persönliche Berichte von Unfallopfern und Angehörigen ebenso wie die Perspektiven von Freunden, Rettungskräften und Notfallseelsorgern. Herausgegeben wurde die Publikation von der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e. V. (VOD). Konzeption, Interviews und Redaktion stammen von Michael Heß; die Ausgabe erschien 2026 als VOD-Schriftenreihe Nr. 3. Mit einem weiteren Sonderpreis zeichneten der Berufsverband und die Fachgesellschaft Lukas Rieckmann für den Beitrag „Die Bewegungs-Docs: Knieprothese“ aus der NDR-Sendung „Visite“ aus. Der Film begleitet einen Patienten rund um den Einsatz eines künstlichen Kniegelenks, vom Zustand vor der Operation bis zur Situation viele Monate später und vermittelt medizinische Zusammenhänge und Behandlungsmöglichkeiten anschaulich und verständlich. Der Beitrag wurde am 9. September 2025 in der NDR-Sendung „Visite“ im NDR Fernsehen ausgestrahlt. (ja/BIERMANN)
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