Neue Wege in der konservativen Orthopädie: ANOA auf dem DKOU 202620. Oktober 2026 ANOA-Präsident Jan Holger Holtschmit. Foto: Natascha Kompatzki Die Arbeitsgemeinschaft nicht operativer orthopädischer manualmedizinischer Akutkliniken (ANOA) wird auf dem diesjährigen DKOU mit zwei Sessions und einem Treffen der Fachgruppe Medizin vertreten sein. Damit setzte der medizinisch-wissenschaftliche Verbund auf dem Kongress in Berlin Akzente zu zentralen Themen der konservativen Orthopädie, Schmerzmedizin und der psychosomatischen Versorgung, so die ANOA. Die Veranstaltungen laden zudem zum fachlichen Dialog und zur gemeinsamen Diskussion aktueller Herausforderungen ein. Kongress-Motto trifft auch den Kern des ANOA-Konzepts „Das Motto ,Neue Wege gehen‘ trifft auch den Kern des ANOA-Konzepts“, betont ANOA-Präsident Dr. Jan Holger Holtschmit. „Viele orthopädische Krankheitsbilder, insbesondere chronische Schmerzen am Bewegungssystem, lassen sich nicht aus einer einzelnen fachlichen Perspektive heraus angemessen behandeln. Es braucht eine differenzierte Diagnostik und eine enge Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen, um den Menschen in seiner körperlichen, psychischen und auch in seiner sozialen Situation in den Blick zu nehmen.“ Die ANOA steht nach eigener Darstellung für eine multimodale, interdisziplinäre und evidenzbasierte Behandlung von Patientinnen und Patienten mit komplexen Beschwerden am Bewegungssystem. Die beiden Sessions auf dem DKOU greifen dabei zwei für die tägliche Versorgung besonders relevante Fragen auf: Wie lassen sich die nach wie vor bestehenden Berührungsängste zwischen somatischer und psychischer Perspektive überwinden? Und welche konservativen Therapieoptionen bei Wirbelsäulenerkrankungen sind wissenschaftlich fundiert und in der Praxis sinnvoll? Gemeinsame Perspektive von Somatik und Psyche Am Dienstag, 20. Oktober, gestaltet die ANOA-Arbeitsgruppe Psychosomatik gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) die Session „Berührungsängste in O&U?“. Im Mittelpunkt steht die häufig noch bestehende Trennung zwischen somatischer und psychischer Perspektive in Orthopädie und Unfallchirurgie. Unter dem Vorsitz von Dr. Wolfgang Bartels, Dr. Jan Holger Holtschmit und Prof. Dr. Bernd Kladny gehen Dr. Jan Holger Holtschmit und Prof. Dr. Volker Köllner in ihren Vorträgen der Frage nach, weshalb es mitunter Vorbehalte gegenüber dem jeweils anderen Fachgebiet gibt und wie sich diese überwinden lassen. In der anschließenden Podiumsdiskussion geht es darum, warum ein offener und respektvoller Austausch zwischen den Fachrichtungen für eine gute, patientenzentrierte Behandlung wichtig ist. ANOA | Berührungsängste in O&U?Dienstag, 20. Oktober 2026, 14:30 bis 15:30 UhrRaum New York 1, Session ID: AV29Vorsitz/Moderation: Wolfgang Bartels, Dr. Jan Holger Holtschmit, Prof. Dr. Bernd Kladny Die Angst des Orthopäden vor der Psyche – Dr. Jan Holger Holtschmit Die Angst des Psychotherapeuten vor der Somatik – Prof. Volker Köllner Podiumsdiskussion Konservative Therapie: Was hilft wirklich? Am Donnerstag, 22. Oktober, folgt die zweite ANOA-Session im Format „O&U Basics“. Unter dem Titel „Konservative Therapie bei Wirbelsäulenerkrankungen – Was hilft wirklich? Evidenz in der Schmerztherapie“ beleuchtet die Session die wissenschaftliche Grundlage und den praktischen Stellenwert unterschiedlicher konservativer Therapieansätze. Wirbelsäulenerkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Arbeitsunfähigkeit und eine verminderte Lebensqualität. Für eine gute, auf den individuellen Bedarf abgestimmte Behandlung ist es wichtig, die verschiedenen Therapieangebote sorgfältig zu bewerten und sinnvoll miteinander zu kombinieren. Die Session widmet sich daher unter anderem wirbelsäulennahen Infiltrationen, Manueller Medizin, Psychotherapie und der multimodalen Schmerztherapie. Darüber hinaus werden die Ergebnisse einer prospektiven Untersuchung zur stationären Behandlung bei Wirbelsäulenerkrankungen vorgestellt. „Bei komplexen Beschwerden am Bewegungssystem gibt es keine Standardlösung“, hebt Holtschmit hervor. „Entscheidend ist vielmehr, für jede Patientin und jeden Patienten ein individuelles, fachlich begründetes und interdisziplinär abgestimmtes Behandlungskonzept zu entwickeln. Die Diskussion über Evidenz hilft uns dabei, konservative Therapien gezielt weiterzuentwickeln und ihre Qualität langfristig zu sichern.“ ANOA | Konservative Therapie bei Wirbelsäulenerkrankungen – Was hilft wirklich? Evidenz in der SchmerztherapieDonnerstag, 22. Oktober 2026, 12:00 bis 13:00 UhrRaum Budapest 2, Session ID: BS47Vorsitz/Moderation: Dr. Jan Holger Holtschmit, Prof. Bernd Kladny, PD Dr. Julia Wölfle-Roos Wirbelsäulennahe Infiltrationen – PD Dr. Julia Wölfle-Roos Manuelle Medizin – Jan Emmerich Psychotherapie – Wolfgang Ritz 12-Jahres-Ergebnisse stationäre Behandlung Wirbelsäulenerkrankung – eine prospektive Studie an 6.312 Patientinnen und Patienten – Prof. Bernd Kladny Multimodale Schmerztherapie – Dr. Jan Holger Holtschmit Austausch der ANOA-Fachgruppe Medizin Ergänzend zu den beiden wissenschaftlichen Sessions lädt die ANOA am Donnerstag, 22. Oktober, intern zum Treffen der Fachgruppe Medizin ein. Das Format bietet den beteiligten ANOA-Ärztinnen und Ärzten unter anderem Gelegenheit, aktuelle fachliche Themen sowie Perspektiven der Arbeit im ANOA-Verbund zu besprechen. ANOA-Treffen der Fachgruppe MedizinDonnerstag, 22. Oktober 2026, 14:30 bis 15:30 UhrRaum R2, CityCube Berlin, Session ID: VB68 DKOU 2026 unter dem Motto „Neue Wege gehen“ Unter dem Motto „Neue Wege gehen“ findet der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) vom 20. bis 23. Oktober 2026 im CityCube Berlin statt. Der größte europäische Fachkongress für Orthopädie und Unfallchirurgie bringt erneut Fachleute aus Klinik, Praxis, Wissenschaft und Industrie zusammen. Im Mittelpunkt stehen Zukunftsfragen der Versorgung, neue Formen interdisziplinärer Zusammenarbeit sowie Entwicklungen in Digitalisierung, Ambulantisierung und Versorgungsstrukturen. Wie die Kongresspräsidenten zu diesen Themen stehen lesen Sie im Interview. Der DKOU zählt zu den wichtigsten und größten Kongressen für Orthopädie und Unfallchirurgie weltweit. Er wird von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und dem Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) ausgerichtet.
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