Aussage der EXCEL-Studie schwer unter Beschuss12. Dezember 2019 Foto: © C. Schüßler – Adobe/Stock Die EXCEL-Studie hatte die 5-Jahres-Ergebnisse nach PCI und CABG bei Stenose des linken Hauptstamms mit geringer/mittlerer anatomischer Komplexität als gleichwertig beurteilt. Diese Aussage wird jetzt stark angezweifelt. So sieht die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) Klärungsbedarf. Ein am Montagabend von der BBC ausgestrahlter investigativer Bericht habe u.a. erhebliche Zweifel an der Methodik der Datenauswertung geäußert. Daher fordert die DGTHG , dass die Studiendaten von unabhängiger Seite erneut analysiert werden. Die European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS) hat als Konsequenz umgehend ihre Unterstützung des entsprechenden Kapitels der Leitlinien mit sofortiger Wirkung zurückgezogen und fordert dringend eine Überarbeitung, gemeinsam mit der European Society of Cardiology. Wenn die von der BBC präsentierten Informationen zu der Studie korrekt seien, sei die Empfehlung unsicher. Prof. Nick Freemantle, der an Leitlinien mitgearbeitet hatte, sagte gegenüber der BBC-Sendung “Newsnight”, er hätte “nie” zugestimmt, dass die Behandlungen austauschbar seien, wenn er die nun durchgesickerten Daten gesehen hätte ( https://www.bbc.com/news/health-50715156 ). Auch im “Indian Journal of Thoracic and Cardiovascular Surgery” wird die Kontroverse von Chefredakteur Om Prakash Yadava thematisiert und die Frage, was zu welchem Zeitpunkt als Myokardinfarkt gewertet wurde, näher beleuchtet. Er plädiert dafür, künftig alle Rohdaten öffentlich zugänglich zu machen. Auf der Seite Massdevice.com geht es um einen Vorwurf von Dr. David Taggart, der sich als Koautor des Berichts zu den 5-Jahres-Ergebnissen streichen ließ: Die Myokardinfarkt-Definition sei während der Studie geändert worden. Dieser Vorwurf wird allerdings dem Artikel zufolge von seinen Koautoren Dr. Arie Pieter Kappetein und Dr. Gregg Stone zurückgewiesen. Was nun zutrifft und wie vor allem die erhöhte Mortalität in der PCI-Gruppe zu werten ist, das sollte in der Tat gründlich und unabhängig untersucht werden. (sf)
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