Außervertriebnahme der Blutdrucksenker Manyper und Vivace1. April 2022 Bild: ©ronstik – stock.adobe.com Das Pharmaunternehmen Chiesi GmbH gibt bekannt, dass seine beiden Bluthochdruckmedikamente Manyper und Vivace aufgrund stark gesunkener Relevanz auf dem deutschen Markt außer Vertrieb genommen werden. Lagerbestände würden nun sukzessive abverkauft. Die Verfügbarkeit aller Darreichungsformen könne nicht mehr dauerhaft gewährleistet werden. Unter dem Produktnamen Manyper vertreibt Chiesi den Kalziumkanalblocker Manidipindihydrochlorid in den Dosierungen 10 mg und 20 mg. Vivace ist eine fixe Kombination aus dem ACE-Hemmer Delaprilhydrochlorid und dem Kalziumkanalblocker Manidipindihydrochlorid in der Dosierung 30/10 mg. Eine unzureichende Patientenversorgung wäre nicht zu befürchten, da ausreichend vergleichbare Präparate dieser Wirkstoffklassen verfügbar seien. Aus der Klasse der Kalziumkanalblocker bzw. ACE-Hemmer nennt Chiesi als mögliche Alternativen Amlodipin und Ramipril. Vergleichstabellen zu Äquivalenz- bzw. Tagesdosen ausgesuchter Wirkstoffe werden von der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) zur Verfügung gestellt. Diese bieten eine Hilfestellung bei der Umstellung eines Patienten auf einen alternativen Wirkstoff, denn im Vorhinein sollte in der Regel zunächst die Dosisäquivalenz zum bisherigen Arzneimittel abgeschätzt werden. Laut Chiesi ist in Analogie zu den Empfehlungen der AMK die Äquivalenzdosierung für den Kalziumkanalblocker Manidipin 10 mg und für den ACE-Hemmer Delapril 30 mg. Beide Präparate sind dem Hersteller zufolge derzeit auch in weiteren Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes zugelassen und werden vertrieben. Das Unternehmen weist darauf hin, dass nach § 73 Abs. 3 AMG für Vivace und Manyper grundsätzlich die Möglichkeit zum Einzelimport beider Präparate bestehe, wenn sie in geringen Mengen für eine einzelne Person auf einem Rezept verschrieben werden. (ah)
Mehr erfahren zu: "Angeborener Herzfehler: Fragebögen machen Belastungen im Alltag sichtbar" Angeborener Herzfehler: Fragebögen machen Belastungen im Alltag sichtbar Häufige Kontrolltermine, Unsicherheiten vor Eingriffen und Sorgen um Schule oder Entwicklung belasten viele Familien mit einem Kind mit angeborenem Herzfehler deutlich. Das zeigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Freiburg.
Mehr erfahren zu: "Glyphosat-Streit drückt Bayer noch tiefer in die Verlustzone" Glyphosat-Streit drückt Bayer noch tiefer in die Verlustzone Acht Jahre ist es her, da schluckte Bayer den langjährigen US-Konkurrenten Monsanto. Finanziell war das eine bittere Pille: Rechtsstreitigkeiten zu Glyphosat lasten noch immer schwer auf dem Konzern.
Mehr erfahren zu: "Italien nimmt Abschied von Jungen mit kaputtem Spenderherz" Italien nimmt Abschied von Jungen mit kaputtem Spenderherz Das Schicksal des kleinen Domenico bewegte Menschen weit über Italien hinaus. Zu seiner Beerdigung kamen mehrere Tausend Menschen. Inzwischen ermittelt die Staatanwaltschaft gegen mehrere Mediziner und Sanitäter.