Ausstellung zu Tierversuchen und tierversuchsfreier Forschung in Hamburger Sparkasse15. September 2023 (Symbolbild) Foto: © filin174 – stock.adobe.com Seit einigen Jahren gibt es eine vom bundesweiten Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) konzipierte Ausstellung zu Tierversuchen und tierversuchsfreien Methoden. Mit Unterstützung der Hamburger Bastet-Stiftung konnte sie jetzt auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Hamburger Haspa-Filiale am Adolphsplatz verfügt über großzügige Räumlichkeiten, in denen regelmäßig verschiedene Ausstellungen oder Aktionen stattfinden. Die Ausstellung, bestehend aus 15 bebilderten Tafeln, informiert anschaulich und prägnant über verschiedene Aspekte von Tierversuchen und gibt einen ausführlichen Überblick über die wichtigsten tierversuchsfreien Methoden. Da Letztere in den vergangenen Jahren sich immer weiterentwickelt haben, dies aber der breiten Öffentlichkeit oft nicht bekannt ist, ist es ÄgT ein wichtiges Anliegen, diese faszinierenden Methoden vorzustellen und verständlich zu erklären. Neben Infos und Zahlen zu Tierversuchen und Tiermodellen informieren mehrere neue Tafeln über sogenannte Alternativmethoden wie 3D-Biodruck, Mini-Organe und Multi-Organ-Chips. Diese auf den Menschen fokussierten Methoden arbeiten mit menschlichen Zellen und Geweben – also mit einem artgleichen System, wenn es um Erforschung, Therapie und Medikamentenentwicklung für alle Arten von Krankheiten geht. Tafeln können auch von Außen begutachtet werden Die Tafeln der Größe A1 können nicht nur im Innern der Filiale begutachtet werden: Da diese entlang der Fensterfront hängen und beidseitig bedruckt sind, ist es auch Passanten von außen möglich, sich zu informieren. So haben noch mehr Menschen Zugang zu diesen wichtigen Themen. Zudem werden mit Plüschtieren nachgestellte, typische Tierversuchsaufbauten in Glasvitrinen dargestellt, um deutlich, aber ohne blutige Bilder vor Augen zu führen, was Tieren hinter den verschlossenen Türen der Laboratorien angetan wird. Der in Hamburg in 2020 aufgedeckte LPT-Skandal hat der Öffentlichkeit Erschreckendes darüber gezeigt – inzwischen ist das Labor geschlossen. Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) finden jedoch weiterhin viele Tierversuche statt. 2021 wurden in Hamburg über 107.000 Tiere verwendet. „Diese Ausstellung soll zeigen: Es geht auch anders – und besser! Und es ist überfällig, dass diese Informationen breitflächig Bürger erreichen“, so Julia Radzwill, Diplom-Biologin und wissenschaftliche Referentin bei Ärzte gegen Tierversuche. Dieser Meinung ist auch die Bastet-Stiftung, die über das von der grünen Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten und Sprecherin für Tierschutz Lisa Maria Otte ins Leben gerufene Netzwerk Interaktion Tierschutz (IAT) auf ÄgT aufmerksam geworden ist und die Neuauflage der Ausstellung ermöglicht hat. „Wir freuen uns sehr über diese Initiative und bedanken uns bei allen Beteiligten für die Realisierung dieses wichtigen Projekts!“, betont Radzwill. In Hamburg gibt es zudem eine Arbeitsgruppe der Ärzte gegen Tierversuche, die Ansprechpartner für alle ist, die sich über die Ausstellung hinaus interessieren oder aktiv engagieren möchten – berufsunabhängig.
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