Austauschprogramm gestartet: Klinikpartnerschaft Uni-Augenklinik Homburg und Mengo Hospital Kampala25. September 2019 Dr. Ben Dan Bwonya (r.) und OP-Schwester Victoria Nalweyiso aus Kampala mit Oberarzt Kayed Moslemani von der Universitäts-Augenklinik Homburg/Saar. Foto: Universitäts-Augenklinik Homburg/Saar Rund 8000 Kilometer liegen zwischen der ugandischen Hauptstadt Kampala und Homburg. Der Augenarzt Dr. Ben Dan Bwonya und OP-Schwester Victoria Nalweyiso haben die lange Reise angetreten, um sich bei ihren Kollegen an der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes (UKS) vier Wochen lang fortzubilden. Im Gegenzug reist Kayed Moslemani, Oberarzt in der Augenklinik des UKS, für drei Monate nach Uganda. Das Austauschprogramm ist Herzstück einer Klinikpartnerschaft zwischen der Universitäts-Augenklinik und dem Mengo Hospital in Kampala. Koordiniert wird die Kooperation von der Christoffel-Blindenmission (CBM). Die internationale Entwicklungsorganisation fördert bereits seit 40 Jahren die augenmedizinische Arbeit in Mengo. Ziel des Austauschprogramms ist vor allem der Wissenstransfer zwischen den augenmedizinischen Abteilungen der beiden Kliniken. „Die Fachleute aus Uganda profitieren von der besseren Ausstattung bei uns in Homburg und können moderne Diagnostik- und Behandlungsmethoden anwenden“, erklärt Prof. Berthold Seitz, Direktor der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes. „Unsere Ärzte hingegen lernen in Uganda fortgeschrittene Krankheitsverläufe kennen, die in Deutschland aufgrund der besseren medizinischen Versorgung kaum noch auftauchen“, so Seitz weiter. Der jetzige Austausch ist der erste seiner Art, es sollen zweimal jährlich Besuche in Kampala beziehungsweise. Homburg folgen. Hierbei sollen alle augenärztlichen Subspezialitäten (Retina, Cornea, Glaukom, etc.) abgedeckt werden. Ebenfalls geplant ist eine bauliche Erweiterung der Augenabteilung im Mengo Hospital mit zusätzlichen Operations- und Ambulanzräumen sowie die Anschaffung neuer Geräte. Die zunächst auf fünf Jahre angelegte Klinikpartnerschaft trägt dazu bei, die augenmedizinische Versorgung in Uganda deutlich zu verbessern. „Das ist bitter nötig”, sagt CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus. „Denn immer noch erblinden viele Menschen in Entwicklungsländern nur deswegen, weil sie nicht rechtzeitig untersucht und behandelt werden. Der Grund: Es gibt zu wenig qualifiziertes Personal und die Ausstattung der Kliniken ist schlecht. Das wollen wir ändern.“ Blick über den Tellerrand Besonders die gute Organisation der täglichen Abläufe in der Augenklinik hat die Mediziner aus Uganda beeindruckt. „Unsere Begrüßung und Integration in das Krankenhausmanagement waren gut geplant und wir schätzen die Gastfreundlichkeit sehr. Ich erreiche bisher meine Lernziele und die verschiedenen Einblicke helfen mir, meine Praktiken zu Hause zu verbessern. Meine Zukunft ist vielversprechend“, meint Bwonya. Und mit welchen Erwartungen reist der Homburger Oberarzt nach Kampala? „Im Rahmen der Klinikpartnerschaft freue ich mich sehr, an dem Austauschprogramm teilnehmen zu dürfen. Mein besonderes Interesse gilt den tropischen Erkrankungen des Auges und deren Behandlung, sagt Moslemani und ergänzt: „Ebenfalls möchte ich den Klinikalltag meiner ugandischen Kollegen sowie das ugandische medizinische Versorgungssystem kennen lernen. Mein Wunsch ist es, diese Kollegen während meines dreimonatigen Aufenthaltes klinisch und auch operativ zu unterstützen. Die Augenabteilung im Mengo Hospital ist mit vier Oberärzten und vier Assistenzärzten die größte in Uganda. Den Austausch sehe ich für mich als große Bereicherung, Erfahrung und die Chance, einmal über den Tellerrand zu sehen.“ Quellen: Universitäts-Augenklinik des Saarlandes / CBM
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