Auswirkungen einer Obstruktion der kleinen Atemwege24. Januar 2025 © Graphicroyalty – stock.adobe.com (Symbolbild) Personen mit einer Obstruktion der kleinen Atemwege (SAO) – einem laut den Autoren einer neuen Studie häufigen Phänomen in der Allgemeinbevölkerung – besitzen sowohl insgesamt ein erhöhtes Mortalitätsrisiko als auch eine gesteigerte Wahrscheinlichkeit dafür, aufgrund bestimmter Erkrankungen zu versterben. Die Verfasser der Arbeit beschreiben eine SAO als mit Atemwegssymptomen, kardiometabolischen Erkrankungen und der Entwicklung einer Chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) in Zusammenhang stehend. Um herauszufinden, ob eine mittels Spirometrie definierte SAO mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden ist, werteten sie Daten zu 252.877 Personen im Alter von 40–69 Jahren zu Beginn aus der UK Biobank aus. Für alle Personen lagen qualitativ hochwertige Spirometriemessungen vor. Eine SAO war definiert als das Verhältnis des forcierten Exspirationsvolumens in 3 s zum forcierten Exspirationsvolumen in 6 s, das unter der unteren Normgrenze lag. Die Forschenden betrachteten eine solche SAO als isoliert, wenn das Verhältnis von 1-Sekunden-Kapazität (FEV1) zu forciertem Exspirationsvolumen in 6 s normal war (d.h. über der unteren Normgrenze). Anhand eines multivariablen Cox-Regressionsmodells bewertete man den Zusammenhang zwischen sowohl SAO als auch isolierter SAO und der Gesamtmortalität sowie der krankheitsspezifischen Mortalität. Die Studienautoren untersuchten auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei diesen Assoziationen. Bei einer Wiederholung der primären Analyse wurde solche Personen ausgeschlossen, die irgendwann im Leben geraucht hatten oder rauchten. Es erfolgte eine Adjustierung aller Modelle in Bezug auf potenzielle Störfaktoren wie Geschlecht, Body-Mass-Index, Raucherstatus, Konsum in Packungsjahren, untersuchendes Behandlungszentrum, Townsend-Deprivations-Index und die ethnische Zugehörigkeit. Die Wissenschaftler identifizierten in der Datenbank 59.744 Personen mit SAO. Bei 24.004 davon wurde die SAO als isolierte beurteilt. Im Verlauf der Nachbeobachtung (median 12,8 Jahre) kam es zu 5009 Todesfällen. Es zeigte sich, dass Personen mit SAO ein erhöhtes Gesamtmortalitätsrisiko besaßen (HR 1,31; 95%-KI 1,26–1,36). Ebenso als erhöht erwies sich das Risiko, aufgrund kardiovaskulärer (HR 1,39; 95%-KI 1,29–1,51) und pulmonaler Ursachen (HR 2,20; 95%-KI 1,92–2,51) sowie wegen Neoplasien zu versterben (HR 1,23; 95%-KI 1,17–1,29). Diese Assoziationen variierten nicht nach Geschlecht. Die Wissenschaftler stellten auch fest, dass bei Niemalsrauchern nur das Risiko für einen Tod aufgrund pulmonaler und kardiovaskulärer Ursachen mit einer SAO in Zusammenhang stand. Eine isolierte SAO war ebenfalls mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko verbunden (HR 1,14; 95%-KI 1,07–1,20). Fazit Personen mit einer Obstruktion der kleinen Atemwege (SAO) besitzen sowohl insgesamt ein erhöhtes Mortalitätsrisiko als auch eine gesteigerte Wahrscheinlichkeit dafür, aufgrund bestimmter Erkrankungen zu versterben. Die Wissenschaftler betonen allerdings, dass weiter daran geforscht werden müsse, ob eine SAO Mortalität verursacht oder einen Marker für eine zugrunde liegende Erkrankung darstellt. (ac) Autoren: Quintero Santofimio V et al. Korrespondenz: Valentina Quintero Santofimio; [email protected]. Studie: Small Airways Obstruction and Mortality: Findings From the UK Biobank Quelle: Chest 2024;166(4):712–720. Web: https://doi.org/10.1016/j.chest.2024.04.016
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