Auswirkungen von COVID-19 auf den Darm: Studie schafft Grundlage für Entwicklung neuer Behandlungsstrategien27. September 2022 Abbildung: © sdecoret/stock.adobe.com Infektionen mit SARS-CoV-2 greifen zwar hauptsächlich die Lunge an, schädigen in vielen Fällen aber auch andere Organe wie den Darm: Bei rund 60 Prozent der Patienten wurden Auswirkungen auf den Verdauungstrakt festgestellt. Forschende der Medizinischen Universität (MedUni) Wien (Österreich) haben die Manifestationen von COVID-19 in Lunge und Darm analysiert und die Unterschiede auf molekularer Ebene entschlüsselt. Im Fokus des wissenschaftlichen Teams unter der Leitung von Prof. Diana Mechtcheriakova vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien stand die Untersuchung von Besonderheiten und Gemeinsamkeiten in der Auswirkung von COVID-19 auf Lunge und andere Organe. Anhand komplexer Datensatzanalysen erkannten die Forschenden, dass bei pulmonalen und gastrointestinalen Manifestationen ein unterschiedlicher molekularer Mechanismus abläuft. Während bei SARS-CoV-2-Infektionen der Lunge klassische Reaktionen des Immunsystems auftreten, zeigen sich im Gastrointestinaltrakt Reaktionen in Zusammenhang mit dem Leber- und Fettstoffwechsel. Besseres Verständnis für Reaktionen auf SARS-CoV-2 Dass sich Infektionen mit SARS-CoV-2 nicht nur in der Lunge, sondern oft auch in anderen Organen wie Herz, Nieren, Haut oder Darm manifestieren können, ist auf die besondere Struktur des Virus zurückzuführen. Bei bis zu 60 Prozent der Patienten treten im Verlauf von COVID-19 gastrointestinale Symptome auf, die mit einer längeren Krankheitsdauer und/oder einem schlechteren Verlauf verbunden sein können. Mit den Ergebnissen ihrer Studie leisten die Forschenden einen Beitrag zu einem besseren Verständnis der organ- und gewebespezifischen molekularen Abläufe, die durch SARS-CoV-2 ausgelöst werden. „Unsere Erkenntnisse können die Identifizierung neuer Biomarker und Behandlungsstrategien von COVID-19 vorantreiben, welche die spezifischen Reaktionen bei Manifestationen außerhalb der Lunge berücksichtigen“, stellt Mechtcheriakova, Leiterin der Forschungsgruppe Molekulare Systembiologie und Pathophysiologie der MedUni Wien, vielversprechende Folgestudien in Aussicht.
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