Auszeichnung für neue Erkenntnisse zu Herzrhythmusstörungen5. Juni 2019 Im Labor: Dr. Belal Mohamed, Erstautor der Studie und Postdoc in der Arbeitsgruppe „Kardiales Remodeling“, und Prof. Dr. Karl Toischer, Leiter der Arbeitsgruppe „Kardiales Remodeling“ am Herzzentrum der UMG und Letztautor. Foto: umg/lange Der mit 5000 Euro dotierte Franz-Maximilian-Groedel-Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) geht an Dr. Belal Mohamed, Postdoc in der Arbeitsgruppe „Kardiales Remodeling“ an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), für die Erforschung der Rolle von Kalzium bei Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche. Die Verleihung erfolgte im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der 85. Jahrestagung der DGK in Mannheim. Ausgezeichnet wurde Mohamed für seine Arbeit „Sarcoplasmic reticulum calcium leak contributes to arrhythmia but not to heart failure progression“. Die Forschungsarbeit der Göttinger wurde bereits im Jahr 2016 mit dem August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis ausgezeichnet und im Jahr 2018 in „Science Translational Medicine“ publiziert. Ausgezeichnet mit dem Franz-Maximilian-Groedel-Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK): Dr. Belal Mohamed. Foto: umg/lange „Ich freue mich außerordentlich über die Auszeichnung von Dr. Mohamed, der hier in Göttingen eine großartige Forschungsarbeit leistet. Dass wir den Forschungspreis innerhalb weniger Jahre bereits zum vierten Mal nach Göttingen holen konnten, belegt die ausgezeichnete Expertise der Göttinger Herzforschung“, sagt Prof. Gerd Hasenfuß, Direktor der Klinik für Kardiologie und Pneumologie und Vorsitzender des Herzzentrums der UMG. Im Verlauf einer Herzschwäche verändert sich der Kalziumhaushalt im Herzen. Ursache ist ein Leck eines zellinternen Kalziumspeichers, des sarkoplasmatischen Retikulums (SR) durch Undichtigkeit des im SR verankerten Ryanodin-Rezeptors (RyR2). Dabei verliert das SR während der Füllungsphase des Herzens (Diastole) vermehrt Kalzium. Welche Bedeutung das SR-Leck für den Fortgang der Herzschwäche und das Auftreten gefährlicher Rhythmusstörungen hat, war Mittelpunkt des prämierten Forschungsprojekts. Die Arbeitsgruppe konnte zeigen, dass das Leck wesentliche Bedeutung für die Entstehung von Rhythmusstörungen hat. Zudem wiesen die Forscher nach, dass die Verabreichung eines Medikaments mit spezifischem RyR2-Stabilisator (S36) den Kalziumverlust in den Herzzellen mindert und damit einen Rückgang von Herzrhythmusstörungen bewirkt. Im Tierexperiment konnte dadurch die Sterblichkeit an schwerwiegenden Rhythmusstörungen deutlich gesenkt werden. S36 könnte sich somit gezielt als Medikament zur Therapie von Rhythmusstörungen bei Patienten eignen. Mit dem Franz-Maximilian-Groedel-Forschungspreis zeichnet die DGK theoretisch und klinisch tätige Wissenschaftler aus, deren wissenschaftliche Arbeiten sich mit Fragen der Herz- und Kreislaufforschung beschäftigen. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wird einmal im Jahr vergeben.
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