Melanom: Catestatin reduziert Tumorwachstum im Mausmodell3. Juni 2026 Symbolbild: © SewcreamStudio – stock.adobe.com Forschende der University of California San Diego (USA) identifizieren eine neue potenzielle Therapie, die das Wachstum des Melanoms verlangsamen und Arzneimittelresistenz umkehren könnte. Die Autoren berichten, dass Catestatin – ein bioaktives Peptid, das aus dem Protein Chromogranin A stammt – das Wachstum des Melanoms signifikant verlangsamt, die Fähigkeit des Melanoms zur Ausbreitung reduziert und eine Resensibilisierung arzneimittelresistenter Melanomzellen bewirkt. Ihre Ergebnisse legen nahe, dass Catestatin als Grundlage für eine neue Klasse peptidbasierter Therapeutika dienen könnte, die auf die Behandlung fortgeschrittener und therapieresistenter Melanome abzielen. Peptidbasierte Therapie mit Catestatin? „Das Melanom ist besonders gefährlich, weil Tumorzellen sich anpassen und gegenüber Therapien resistent werden können“, sagt Ko-Senior-Autor Prof. Sushil K. Mahata von der University of California San Diego School of Medicine. „Unsere Forschung zeigt, dass Catestatin diese Resistenzwege stören und Melanomzellen zurück in einen besser behandelbaren Zustand drängen kann.“ „Im Zeitalter niedermolekularer Inhibitoren und der Immuntherapie bleibt das therapeutische Potenzial von Peptiden relativ wenig erforscht“, ergänzt Dr. Satadeepa Kal, Postdoktorand an der UC San Diego School of Medicine. „Unsere Arbeit zeigt, dass peptidbasierte Therapien eine leistungsfähige Strategie darstellen könnten, nicht nur gegen Melanom und Arzneimittelresistenz, sondern potenziell auch gegen andere Krebsarten und komplexe metabolische Erkrankungen.“ Präzise Interaktion mit Signalwegen Im Gegensatz zu vielen konventionellen Krebstherapien, die breit auf sich schnell teilende Zellen abzielen und erhebliche Nebenwirkungen verursachen können, können Peptide wie Catestatin so konstruiert werden, dass sie mit hochspezifischen molekularen Signalwegen interagieren. Diese Präzision könnte eine selektive Zielsteuerung von Tumorzellen ermöglichen und gleichzeitig Schäden an gesundem Gewebe minimieren. Catestatin reduzierte signifikant das Tumorwachstum und die gesamte Tumorlast sowohl in humanen Melanomzelllinien als auch in Mausmodellen. Das Peptid unterdrückte die Migration von Melanomzellen und ihr invasives Verhalten, was auf eine potenzielle Rolle bei der Begrenzung der Metastasierung hinweist. Catestatin bewirkte eine phänotypische Reprogrammierung von Melanomzellen, die gegenüber zielgerichteten Therapien resistent geworden waren, und reduzierte die Aktivität von Genen, die mit Tumorüberleben und Arzneimittelresistenz assoziiert sind. Das Peptid zielte selektiv auf Melanomzellen ab und verschonte normale Hautzellen, was einen potenziellen Sicherheitsvorteil gegenüber konventionellen Behandlungen hervorhebt. In Patientenproben nahmen die natürlichen Catestatin-Spiegel ab, während das Melanom zu aggressiveren Stadien fortschritt, was darauf hindeutet, dass der Verlust des Peptids Tumoren helfen könnte, körpereigene Schutzmechanismen zu umgehen. Möglicherweise breites therapeutisches Spektrum Über das Melanom hinaus geht das Team davon aus, dass die breiteren biologischen Funktionen von Catestatin Auswirkungen auf zusätzliche therapeutische Anwendungen haben könnten. Da das Peptid aus Chromogranin A stammt – einem Protein, das an der kardiovaskulären, metabolischen, immunologischen und neuroendokrinen Regulation beteiligt ist –, untersuchen die Forschenden auch seine potenziellen Rollen bei Herzerkrankungen, metabolischen Störungen und neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit. Obwohl zusätzliche präklinische und klinische Studien erforderlich sein werden, weisen die Ergebnisse auf eine vielversprechende neue therapeutische Strategie für Krebsarten hin, die nicht mehr auf aktuelle Behandlungen ansprechen. Die Studie, veröffentlicht in „Oncogenesis“, wurde von Kal und Mahata geleitet. Sie wurde teilweise durch Fördermittel der National Institutes of Health sowie des U.S. Department of Veterans Affairs finanziert. (ins)
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