Autoimmune Nierenkrankheiten: Pathogene Zellinteraktionen aufgedeckt14. Oktober 2025 Foto: © kanruthai-1/stock.adobe.com Forscher des Hamburg Center for Translational Immunology (HCTI) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben krankheitsfördernde Zellinteraktionen bei Patienten mit autoimmunen Nierenerkrankungen aufgedeckt. Die schnell fortschreitende Glomerulonephritis (RPGN) ist die aggressivste Gruppe der Autoimmunnierenerkrankungen und ist durch die Bildung glomerulärer Halbmonde mit Proliferation parietaler Epithelzellen (PECs) gekennzeichnet. Die zugrunde liegenden Mechanismen der glomerulären Halbmondbildung sind jedoch noch nicht vollständig verstanden, erklären die Autoren. In ihrer Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature Immunology“ veröffentlicht wurde, stellen die Wissenschaftler nun einen hochauflösenden räumlichen Nierenzellatlas mit 57 Proben von Patienten mit RPGN (ANCA-assoziierte GN, Lupusnephritis und antiglomeruläre Basalmembran-GN) zur Verfügung, um die zellulären Signalwege bei der Entwicklung der glomerulären Halbmonde zu charakterisieren. Hochauflösender Nierenzellatlas Eine frühe Signalisierung des aus Blutplättchen gewonnenen Wachstumsfaktors (PDGF) durch Epithel- und Mesangialzellen verursachte eine PEC-Aktivierung und -Proliferation in glomerulären Halbmonden, während eine spätere Signalisierung des transformierenden Wachstumsfaktors (TGF)-β durch Makrophagen, T-Zellen sowie Epithel- und Mesangialzellen die Expression von Komponenten der extrazellulären Matrix in PECs auslöste, die mit Glomerulosklerose und Krankheitsprogression assoziiert sind, beobachteten die UKE-Forscher. Die Ergebnisse waren bei den verschiedenen GNs ähnlich. Die Forscher validierten diese Resultate anschließend funktionell in experimentellen GNs durch eine Blockade von PDGF und TGFβ. Hinweis auf neue Behandlungsmöglichkeiten Diese Ergebnisse unterstreichen ein räumlich und zeitlich konserviertes Progressionsprogramm in glomeruläre Halbmonde und Sklerose und weisen auf neue Behandlungsmöglichkeiten für autoimmune Nierenerkrankungen hin, so die Autoren. „Da wir nun den schrittweisen Erkrankungsablauf kennen, lassen sich Therapien entwickeln, die genau zum jeweiligen Krankheitsstadium passen und so unnötige Nebenwirkungen vermeiden“, kommentiert Studienleiter Prof. Christian Krebs.
Mehr erfahren zu: "DIVI will Organspende nach kontrolliertem Herz-Kreislauf-Stillstand ermöglichen" DIVI will Organspende nach kontrolliertem Herz-Kreislauf-Stillstand ermöglichen „Besteht der Wunsch des Patienten nach einer Organspende, so sollte zukünftig auch eine Organspende nach kontrolliertem Herz-Kreislauf-Stillstand möglich sein.“ Mit diesem zentralen Satz rückt eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der DIVI ein […]
Mehr erfahren zu: "BÄK-Präsident fordert: „Reformen dürfen nicht länger aufgeschoben werden“" BÄK-Präsident fordert: „Reformen dürfen nicht länger aufgeschoben werden“ Zum Auftakt der parlamentarischen Arbeit nach der Sommerpause mahnt die Bundesärztekammer (BÄK) zu entschlossenem Handeln in der Gesundheitspolitik und fordert Reformen angehen, Bürokratie abbauen und Vertrauen zu schützen.
Mehr erfahren zu: "Pädiatrisches Proteom sagt kardiometabolische Erkrankungen im Erwachsenenalter voraus" Pädiatrisches Proteom sagt kardiometabolische Erkrankungen im Erwachsenenalter voraus Kardiometabolische Erkrankungen wurzeln oft bereits im Kindes- und Jugendalter, bleiben jedoch meist unentdeckt. Eine neue Studie in „Nature Metabolism“ zeigt nun, dass spezifische Proteommuster im Blut von Kindern das spätere […]