AWMF: „Es braucht eine nachhaltige Förderung von Cochrane Deutschland“

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Die AWMF warnt vor einer Verschlechterung der Versorgungsqualität durch Kürzungen im Bereich wissenschaftliche Medizin und fordert, Cochrane Deutschland nachhaltig zu finanzieren sowie evidenzbasierte medizinische Entscheidungshilfen bundesweit zu fördern.

„Die AWMF begrüßt alle Maßnahmen, die die nachhaltige Sicherung und Weiterentwicklung von Cochrane Deutschland unterstützen“, erklärte Prof. Rolf-Detlef Treede, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Hintergrund ist die im nächsten Jahr auslaufende Förderung der Cochrane Stiftung Deutschland durch das Bundesministerium für Gesundheit.

Zentrale Funktion von Cochrane Deutschland für Bewertung der verfügbaren Evidenz

„Cochrane Deutschland erstellt hochwertige systematischer Übersichtsarbeiten und trägt damit maßgeblich dazu bei, wissenschaftliche Evidenz für klinische Entscheidungen zu vermitteln und diese in der Leitlinienentwicklung der medizinischen Fachgesellschaften zu implementieren. Wenn die Finanzierung der nationalen Cochrane-Struktur nicht verstetigt wird, sind Qualitätseinbußen bei der Gesundheitsversorgung unvermeidlich“, führte Treede aus.

„Die zunehmende Informationsdichte und die wachsenden Anforderungen an die Qualität gesundheitsbezogener Entscheidungen erfordern eine unabhängige und wissenschaftlich fundierte Bewertung der verfügbaren Evidenz. Cochrane Deutschland erfüllt hierbei eine zentrale Funktion für Kliniker, Forschende, Gesundheitsberufe, Entscheidungstragende sowie für Patientinnen und Patienten“, ergänzte Prof. Ina Kopp, Leiterin des AWMF-Instituts für Medizinisches Wissensmanagement (IMWi).

„Immer mehr Kürzungen in Bereichen, die wissenschaftliche Entscheidungshilfen ermöglichen“

In diesem Frühjahr wurden im Rahmen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes bereits Kürzungen beim Innovationsfonds am Gemeinsamen Bundesausschusses beschlossen. „Diese Kürzungen betreffen unmittelbar die Entwicklung medizinischer Leitlinien und geben bereits Anlass zur Sorge um die Förderung wissenschaftlicher Evidenz in der Versorgung“, fügte Kopp hinzu.

„Wir sehen immer mehr Kürzungen in Bereichen, die wissenschaftliche Entscheidungshilfen ermöglichen. Dies verhält sich konträr zu den Bestrebungen der Bundesregierung, eine Gesundheitsversorgung, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, zu fördern. Wir fordern daher eine nachhaltige finanzielle Förderung dieser Strukturen und Projekte“, so Treede abschließend.