Bakterielle Vaginose könnte den Verlauf von HPV beeinflussen

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Die Zusammensetzung des vaginalen Mikrobioms könnte den Verlauf einer HPV-Infektion beeinflussen. In einer neuen Studie entwickelten Frauen mit Hochrisiko-HPV und bakterieller Vaginose häufiger eine persistierende HPV-Infektion und eine zytologische Progression als Frauen ohne bakterielle Vaginose.

Für die longitudinale Untersuchung werteten Forschende Daten zweier Kohorten von Frauen mit Hochrisiko-HPV-Infektion aus. Kohorte A umfasste 136 Patientinnen, die zwischen 2020 und 2022 über zwei Jahre beobachtet wurden. Kohorte B bestand aus 160 Patientinnen mit einem einjährigen Beobachtungszeitraum von 2021 bis 2022. In beiden Kohorten wurden Frauen mit mikroskopisch nachgewiesener bakterieller Vaginose anhand zytologischer Pap-Abstriche mit HPV-positiven Frauen ohne bakterielle Vaginose verglichen. Der Verlauf der HPV-Infektion wurde mithilfe von HPV-PCR-Tests und den Ergebnissen der zytologischen Untersuchungen beurteilt.. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Infectious Agents and Cancer“ veröffentlicht.

Laktobazillen mit günstigerem Verlauf verbunden

In beiden Kohorten zeigten Frauen mit bakterieller Vaginose häufiger eine persistierende HPV-Infektion sowie eine Progression der zytologischen Befunde im Verlauf der Nachbeobachtung als Frauen ohne bakterielle Vaginose.

Demgegenüber war eine von Laktobazillen dominierte Vaginalflora über beide Kohorten und den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg konsistent mit günstigeren Verläufen assoziiert. Insbesondere wurden höhere HPV-Clearance-Raten beobachtet.

Mikroskopische Flora-Beurteilung könnte Screening ergänzen

Vor allem in Kohorte B war eine bakterielle Vaginose mit einem signifikant erhöhten Risiko für eine Progression der HPV-assoziierten Veränderungen verbunden. Nach Einschätzung der Autoren stützen die Ergebnisse die Annahme, dass eine bakterielle Vaginose ein Risikofaktor für die Entwicklung zervikaler Präkanzerosen sein könnte.

Die Forschenden folgern, dass die mikroskopische Beurteilung der Vaginalflora im Rahmen des Zervixkarzinom-Screenings die Risikostratifizierung bei HPV-positiven Frauen verbessern könnte. Patientinnen mit bakterieller Vaginose könnten von einer engmaschigeren Nachsorge und einer früheren therapeutischen Intervention profitieren. (nec/lj)