BAP1-Mutationen: Junges Forschungskonsortium untersucht aggressive Tumoren6. November 2023 Dr. Samuel Peña-Llopis und Dr. Silvia Vega-Rubin-de-Celis, die Hauptverantwortlichen des Konsortiums. Bildquelle: Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen BAP1 ist ein wichtiger Tumorsuppressor, der bei sehr aggressiven Krebsarten wie dem Aderhautmelanom, Nieren- und Gallengangkarzinom und dem malignen Mesotheliom häufig mutiert ist. Bisher gibt es keine Behandlungen, die speziell auf diese BAP1-mutierten Krebsarten ausgerichtet sind. Zwei Teams der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Universitätsklinikums Essen (UK Essen) erforschen in einem gemeinsamen Projekt mit Kollegen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Technischen Universität München (TUM) neue Therapiemöglichkeiten gegen diese Mutationen. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Projekt mit 1,3 Mio. Euro. „Unsere Forschung hat gezeigt, dass BAP1-Mutationen in erst kürzlich entdeckte Signalwege involviert sind. Deshalb haben wir ein Forschungskonsortium zusammengestellt, in dem deutschlandweit verschiedene Arbeitsgruppen diese Signalwege auf verschiedenen Ebenen genauer untersuchen, z. B. mit Hilfe von Zelllinien, Mausmodellen und von Patienten stammenden Tumor-Organoiden, d.h. im Labor gezüchteten Mini-Tumoren”, erklärt Projektleiter Dr. Samuel Peña-Llopis von der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Essen. Das Hauptziel des Konsortiums besteht darin, solide präklinische Daten zu sammeln, bevor es in die klinischen Versuche geht. Eine Besonderheit in diesem Konsortium ist, dass keiner der Projektleiter im Team bereits einen Professorentitel besitzt. Der Leiter des Konsortiums, Peña-Llopis, trägt bislang sogar „nur“ einen Doktortitel. Aber sowohl das Forschungsvorhaben als auch die Vorarbeiten des jungen Forschungsteams überzeugten ein großes internationales Gutachtergremium im Auftrag der Deutsche Krebshilfe, den Projektantrag zu bewilligen und finanziell zu unterstützen. Eine so junge Teamstruktur ist ungewöhnlich und bemerkenswert, denn rund 97% der Koordinatoren im Schwerpunktprogramm „Translationale Onkologie“ sind Professoren. Deshalb sind Peña-Llopis und Dr. Silvia Vega-Rubin-de-Celis vom Institut für Zellbiologie des Universitätsklinikums Essen sowie die übrigen Gruppenleiter des Konsortiums besonders stolz darauf, dass das ambitionierte Vorhaben die Deutsche Krebshilfe überzeugen konnte. Gemeinsam mit Dr. Titus Brinker und Dr. Rainer Will vom Deutschen Krebsforschungszentrum und PD Dr. Kristina Schwamborn von der Technischen Universität München wollen Peña-Llopis und Vega-Rubin-de-Celis in den nächsten drei Jahren den Erfolg neu entwickelter Therapien untersuchen. Das Konsortium wird außerdem menschliche Tumorproben untersuchen, um mithilfe von maschinellem Lernen spezifische Biomarker zu identifizieren, die mit BAP1-Mutationen assoziiert sind. „Wir haben bereits einen Test entwickelt, mit dem wir Patientinnen und Patienten mit BAP1-Mutationen in der Klinik identifizieren können. Im Rahmen unseres Projekts wollen wir nun neue Medikamente bewerten und feststellen, welche Patientengruppen von präzisionsmedizinischen Behandlungen besonders profitieren könnten”, fügt Peña-Llopis hinzu.
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