Bariatrische Chirurgie: Operativer Eingriff führt zu stärkerer Reduktion der Inzidenz für eine Herzinsuffizienz

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Daher verglich ein israelisches Team nun in einer retrospektiven Kohortenstudie die Häufigkeit von Herzinsuffizienz (HF) bei Erwachsenen mit Adipositas und Diabetes ohne HF in der Vorgeschichte (primäre HF), die mit BMS und GLP-1RA behandelt wurden.

Bislang gibt es nur sehr wenige vergleichende Evidenzdaten zu den Auswirkungen der bariatrischen metabolischen Chirurgie (BMS) und der Behandlung mit Glucagon-like Peptide-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1RA) auf kardiovaskuläre klinische Outcomes.

Die Populationskohorte umfasste Mitglieder der Clalit Health Services, der größten israelischen Gesundheitsorganisation, ohne Vorgeschichte einer ischämischen Herzerkrankung, eines ischämischen Schlaganfalls oder einer HF. Im Zeitraum von 2008–2021 konnten so
Patienten, die sich einer BMSBehandlung unterzogen, anhand ihrer klinischen Merkmale im Verhältnis 1:1 mit Patienten direkt verglichen werden, die eine Behandlung mit GLP-1RA begonnen hatten.

Die Studie umfasste insgesamt 2205 gematchte Patientenpaare (64,5 % weiblich), die im Median 6,6 Jahre und ≥12 Jahre lang nachbeobachtet wurden. Die Inzidenz für eine primäre HF lag bei 26 (1,2 %) in der Gruppe mit BMS-Behandlung und bei 90 (4,1 %) in der mit GLP-1RA behandelten Patientengruppe (adjustierte [a] HR 0,43; 95 %-KI 0,27–0,68). Eine weitere Anpassung der Daten hinsichtlich einer Gewichtsreduktion verringerte diesen Zusammenhang jedoch nichtsignifikant (aHR 0,48; 95 %-KI 0,28–0,82), was laut den Forschenden darauf hindeutet, dass der beobachtete unterschiedliche Effekt nicht
durch den relativen Vorteil einer BMS bei der maximalen Gewichtsreduktion vermittelt wurde.

Ergebnisse der Studie

In dieser israelischen Vergleichsstudie ist die BMS mit einer stärkeren Reduktion der Inzidenz einer primären HF assoziiert als die Behandlung mit GLP-1RA. Angesichts des zunehmenden Einsatzes von hochwirksamen GLP-1RA der nächsten Generation könnten in näherer Zukunft dennoch weitere vergleichende Langzeitstudien gerechtfertigt sein, stellen die Autoren abschließend fest. (je)