Bariatrische Chirurgie reduziert Risiko für Leberkrebs13. Oktober 2021 © motortion – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine Adipositas ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung einer nicht alkoholischen Steatohepatitis (NASH). Zudem besteht bei adipösen Personen ein erhöhtes Risiko, verschiedene Krebsarten zu entwickeln, darunter auch Leberkrebs. Gerade die Sekretion von Adiopkinen aus viszeralen Fetteinlagerungen und eine Lipidakkumulation in der Leber fördern entzündliche Prozesse. Therapeutisch steht eine Gewichtreduzierung durch Änderung des Lebensstils im Vordergrund. Die bariatrische Chirurgie kann eine dauerhafte Gewichtsabnahme bewirken, über die spätere Entwicklung eines hepatozellulären Karzinoms (HCC) nach der Operation ist jedoch wenig bekannt. Ein Team US-amerikanischer und italienischer Forscher analysierte nun in einer aktuellen Studie, ob die bariatrische Chirurgie das Risiko für ein HCC verringern kann. In einer Literaturrecherche in den wichtigsten Datenbanken (von Beginn der Aufzeichnungen bis November 2020) wurden solche Studien identifiziert, die die Inzidenz und das Risiko von HCC nach bariatrischen Operationen bewerteten. Die gepoolten Daten wurden mithilfe eines Random-Effects-Modells ausgewertet und die Ergebnisse in Form von OR, Inzidenzrate (IRR) und 95%-KI ausgedrückt. Insgesamt 9 Studien (2 Kurzfassungen und 7 Volltexte) wurden in die Metaanalyse einbezogen, an der 19.514.750 Patienten teilnahmen (18.423.546 Kontrollen und 1.091.204 bariatrisch operierte Patienten). Die gepoolte unbereinigte OR lag bei 0,40 (95%-KI 0,28–0,57), was die bariatrische Chirurgie begünstigte, allerdings bei einer recht großen Heterogenität (I2=79%). Die Verwendung eines bereinigten Modells, das aus angepassten Kohorten (5 Studien) abgeleitet wurde, ergab eine OR von 0,63 (95%-KI 0,53–0,75) bei einer nun mäßigen Heterogenität (I2=38%). Die gepoolte Rate/1000 Personenjahre betrug 0,05 (95%-KI 0,02–0,07) bei Patienten mit bariatrischen Eingriffen und 0,34 (95%-KI 0,20–0,49) in der Kontrollgruppe, was einem IRR von 0,28 (95%-KI 0,18–0,42) entspricht. Fazit Die Autoren ziehen das Fazit, dass die bariatrische Chirurgie mit einem signifikant geringeren HCC-Risiko verbunden ist. (je) Autoren: Ramai D et al. Korrespondenz: Daryl Ramai; [email protected] Studie: Systematic review with meta-analysis: bariatric surgery reduces the incidence of hepatocellular carcinoma Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2021;53(9):977–984. Web: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/apt.16335
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