Basaliome: Neue Therapiemöglichkeit erfolgreich getestet27. Januar 2025 Foto: ©ArboursAbroad.com – stock.adobe.com Der Wirkstoff TVEC führte in einer Wiener Studie bei allen Teilnehmenden zu einer Verkleinerung ihres Basalioms, was nicht nur die operative Entfernung verbesserte, sondern bei einem Teil der Patienten auch zu einer kompletten Rückbildung des Tumors führte. Die Studie wurde in „Nature Cancer“ publiziert. Im Rahmen der Studie wurde das Virus Talimogene Laherparepvec (TVEC) eingesetzt, das bisher nur für die Behandlung von oberflächlichen Melanom-Metastasen zugelassen ist. TVEC ist ein genetisch modifiziertes Herpes-simplex-Virus, das Tumorzellen gezielt zerstört und gleichzeitig das Immunsystem aktiviert. Ziel der Studie war es, den Tumor vor einer geplanten Operation so weit zu verkleinern, dass die Patienten nach dem Eingriff möglichst nicht unter funktionellen oder kosmetischen Einschränkungen zu leiden haben. In die Studie wurden 18 Patienten eingeschlossen, die aufgrund der Größe und Lokalisation ihres Basalioms eine Lappenplastik oder ein Hauttransplantat benötigt hätten. Sie erhielten vor der chirurgischen Entfernung des Tumors über einen Zeitraum von 13 Wochen jeweils sechs intraläsionale Injektionen mit TVEC. „Dadurch konnte bei der Hälfte der Patient:innen der Tumor so weit verkleinert werden, dass eine Operation mit direktem Wundverschluss möglich war. In einem Drittel der Fälle zeigte die anschließende histologische Untersuchung sogar keine lebenden Tumorzellen mehr. Alle behandelten Tumore wurden zumindest kleiner, und kein Tumor wuchs unter der Therapie weiter. Die Behandlung wurde von den Patient:innen gut vertragen“, fasst Studienleiter Prof. Christoph Höller, Leiter der Hauttumorzentrums der Universitätsklinik für Dermatologie von MedUni Wien und AKH Wien die Ergebnisse zusammen. „Die neue Therapiemöglichkeit bei Basaliomen kann nicht nur die Operation vereinfachen, sondern auch dabei helfen, entstellende Eingriffe und funktionelle Einschränkungen zu vermeiden“, ergänzt Erstautorin Dr. Julia Ressler, ebenfalls von der Universitätsklinik für Dermatologie. Zusätzlich zu den klinischen Untersuchungen führten die Forschenden in Kooperation mit dem St. Anna Kinderspital umfassende Analysen durch, die zeigen, dass im Zuge der Therapie mit TVEC die Immunabwehr im Tumorgewebe gestärkt wird. Diese Ergebnisse legen nahe, dass TVEC eine vielversprechende Option für die neoadjuvante Behandlung von Basaliomen sein könnte, insbesondere bei Patienten, bei denen größere operative Eingriffe vermieden werden sollten. Weitere Studien sollen folgen, um den Nutzen dieser neuen Option in einem größeren Patientenkollektiv zu bestätigen.
Mehr erfahren zu: "Nicht bremsen, sondern beschleunigen: Neuer Ansatz in der Krebsforschung" Nicht bremsen, sondern beschleunigen: Neuer Ansatz in der Krebsforschung Was wäre, wenn man Krebs bekämpft, indem man ein wichtiges Enzym gezielt einschaltet, anstelle es auszuschalten? Das hat ein Forschungsteam der Philipps-Universität Marburg erstmals für das Enzym PRMT1 geschafft.
Mehr erfahren zu: "Darmkrebs: Wie BRAF-mutierte Tumoren dem Immunsystem entkommen" Darmkrebs: Wie BRAF-mutierte Tumoren dem Immunsystem entkommen Heidelberger Wissenschaftler haben einen Mechanismus identifiziert, mit dem eine besonders aggressive Form von Darmkrebs der Immunabwehr entkommt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Aktivierung des WNT-Signalwegs den Krebszellen dabei hilft, das […]
Mehr erfahren zu: "Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen" Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen Auch bei medizinischen Eingriffen kommen Pannen vor – und die Folgen können gravierend sein. Besonderes Augenmerk liegt auf Fehlern, die eigentlich nicht vorkommen sollten. Die Dunkelziffer ist hoch.