BAuA-Feldstudie: Lichtexposition bei Krankenpflegekräften in Schichtarbeit erforscht19. Juni 2020 Foto: © kichigin19 – Adobe Stock Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat zusammen mit dem Public Health England (PHE) die persönliche Lichtexposition bei schichtarbeitenden Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern untersucht. Schichtarbeit wird mit einer Reihe von Krankheiten in Verbindung gebracht, da sie die Synchronisation circadianer physiologischer Vorgänge im menschlichen Körper mit dem natürlichen 24-Stunden-Tag-Nacht-Rhythmus stört. Die BAuA hat die Forschungsergebnisse nun im Bericht „Lichtexposition aus natürlichen und künstlichen Quellen im Hinblick auf circadiane Wirkungen bei schichtarbeitenden Krankenpflegekräften“ veröffentlicht. Zahlreiche physiologische Vorgänge im menschlichen Körper folgen der circadianen Rhythmik – sie haben eine Periodenlänge von ungefähr 24 Stunden. Der offensichtlichste circadiane Rhythmus ist der Schlaf-Wach-Rhythmus. Aber auch die Körpertemperatur, der Blutdruck oder die Ausschüttung von vielen Hormonen sind tageszeitabhängig. Das Licht bringt die circadianen Vorgänge mit dem 24-Stunden-Tag-Nacht-Rhythmus in Einklang. Die Störung dieser Synchronisation, wie etwa bei der Schichtarbeit, kann gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen. Insgesamt 85 Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger aus dem Klinikum Dortmund und dem King’s College Hospital in London nahmen an der Feldstudie teil. Mittels eines Detektors auf Brusthöhe haben sie sowohl während als auch außerhalb der Arbeitszeit eine Woche lang ihre persönliche Lichtexposition gemessen. Die Feldstudie hat unter anderem gezeigt, dass die Lichtexposition an Arbeitstagen im Wesentlichen durch die Arbeitszeit bestimmt wird. Die Lichtexposition durch künstliche Beleuchtungsquellen in Innenräumen am Arbeitsplatz und zu Hause ist viel geringer als die relativ kurz andauernde Lichtexposition gegenüber natürlichem Tageslicht im Freien. Ebenso zeigen die Daten, dass die mittlere Lichtexposition an zwölfstündigen Tagschichten sehr gering ist, da sich die Krankenpflegekräfte den ganzen Tag am Arbeitsplatz aufhalten. Das könnte Einfluss nehmen auf die circadianen Rhythmen und so etwa den Schlaf-Wach-Rhythmus stören.
Mehr erfahren zu: "Notfälle auf Normalstation häufig: Experten fordern standardisierte Frühwarnung" Notfälle auf Normalstation häufig: Experten fordern standardisierte Frühwarnung Aktuelle Daten zeigen: Mehr als jeder zweite Einsatz eines innerklinischen Notfallteams findet auf einer Normalstation statt. Standardisierte Frühwarnsystem verbunden mit vereinfachten Alarmierungswegen könnten nach Ansicht von Experten vermeidbare Herz-Kreislauf-Stillstände verhindern […]
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "„Tag der Überlastung im Gesundheitswesen“ immer früher" „Tag der Überlastung im Gesundheitswesen“ immer früher Der Tag, an dem die Einnahmen aus dem allgemeinen Beitragssatz der Gesetzlichen Krankenversicherung rechnerisch nicht mehr ausreichen, um die Ausgaben für das gesamte Jahr zu finanzieren, ist in diesem Jahr […]