Bauchspeicheldrüsenkrebs: Neue Subtypen entdeckt14. Januar 2020 Drs. Faiyaz Notta und Steven Gallinger im Labor. (Foto: © OICR) Forscher des Ontario Institute for Cancer Research (OICR) und des University Health Network (UHN) sind in einer aktuellen Studie zu detaillierten neuen Erkenntnissen zu Subtypen des Pankreaskarzinomes gekommen. Ein besseres Verständnis dieser unterschiedlichen Gruppen der Erkrankung könne zu neuen Behandlungsoptionen und besseren klinischen Ergebnissen bei dieser Krankheit führen, glauben die Wissenschaftler. Die gerade in „Nature Genetics“ veröffentlichte Arbeit stelle die bislang umfassendste Analyse der molekularen Subtypen von Bauchspeicheldrüsenkrebs dar, berichten die Autoren. Durch detaillierte Genom- und Transkriptomanalysen identifizierte das Forscher-Team fünf verschiedene Untergruppen der Erkrankung (Basal-like-A, Basal-like-B, Classical-A, Classical-B und Hybrid) mit jeweils speziellen molekularen Eigenschaften. Diese Eigenschaften, so die Studienautoren, könnten Ziele für neuartige Chemotherapien, Behandlungen mit Biologika und Immuntherapien sein. „Die Entwicklung von Therapien des Pankreaskarzinomes wurde bislang dadurch gebremst, dass man nur unvollständige Kenntnisse über die molekularen Subtypen dieser tödlichen Krankheit hatte“, sagt Hauptautor Dr. Faiyaz Notta, Koleiter der Pancreatic Cancer Translational Research Initiative (PanCuRx) des OICR und Wissenschaftler am Princess Margaret Cancer Centre der UHN. „Durch die genaue Analyse fortgeschrittener Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankungen – das ist das Krankheitsstadium, das die meisten Patienten bei der Diagnose haben – konnten wir einen Rahmen schaffen. Dies wird uns dabei helfen, besser vorhersagbare Modelle des Krankheitsverlaufes zu entwickeln, die bei individuellen Behandlungsentscheidungen hilfreich sein und zu neuen zielgerichteten Therapien führen können.“ Die Studie basiert auf Daten von mehr als 300 Patienten mit einem Pankreaskarzinom im frühen beziehungsweisei im fortgeschrittenen Stadium, die an der Studie COMPASS teilnahmen. „Die meisten Forschungsarbeiten zu Bauchspeicheldrüsenkrebs befassen sich ausschließlich mit Tumoren im Frühstadium oder solchen, die resezierbar sind. In der Realität wird Bauchspeicheldrüsenkrebs jedoch häufig entdeckt, wenn er bereits fortgeschritten ist und sich schon auf andere Organe ausgebreitet hat“, sagt Notta. „COMPASS ermöglichte es uns, diese fortgeschrittenen Krebserkrankungen während der Behandlung dieser Patienten zu untersuchen, ein besseres Verständnis der Biologie hinter dem metastasierten Pankreaskarzinom zu entwickeln und die Mechanismen aufzuklären, die das Voranschreiten dieser Erkrankung beeinflussen.“ Interessanterweise war der vor dieser Studie nur schwer zu beobachtende Basal-like-A-Subtyp mit einer spezifischen genetischen Anomalie assoziiert. Die meisten Basal-like-A-Tumoren enthielten mehrere Kopien eines mutierten KRAS-Gens, das auch als genetische Amplifikation des mutierten KRAS bekannt ist. Die Arbeitsgruppe vermutet, dass einige der Subtypen auf spezifischen genetischen Veränderungen beruhen, die bei der Entwicklung von Bauchspeicheldrüsenkrebs auftreten. „Diese Untersuchungen öffnen neue Türen für die Entwicklung von Therapien“, sagt Dr. Steven Gallinger, chirurgischer Onkologe am UHN, Senior Investigator am Lunenfeld Tanenbaum Research Institute des Mount Sinai Hospital und Koleiter des OICR-PanCuRx. „Wir freuen uns darauf, das diese Entdeckungen zu nutzen, auf unserem Verständnis der Pankreaskrebs-Subtypen aufzubauen und Patienten mit dieser Erkrankung neue Therapien anzubieten.“
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