Bauchspeicheldrüsenkrebs: Risiko sinkt, wenn Pankreaszysten fünf Jahre lang stabil bleiben20. Juli 2023 Abbildung: © mi_viri/stock.adobe.com Die intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie des Pankreas (IPMN) mit geringem Risiko ist die häufigste präkanzeröse Form muzinöser Pankreaszysten und muss nach der Identifizierung regelmäßig mittels Bildgebung überwacht werden. Bislang gibt es aber noch keinen Konsens bezüglich der Dauer dieser Beobachtungsphase. In einer neuen Studie stellen Forschende des Yale Cancer Center der Yale School of Medicine in New Haven (USA) den gesundheitlichen Nutzen einer erweiterten Überwachung für Patienten infrage, deren Zyste sich seit mindestens fünf Jahren nicht in ihrer Größe verändert hat und keine besorgniserregenden Merkmale aufweist. „Pankreaszysten kommen sehr häufig vor und erfordern aufgrund ihres unterschiedlichen Risikos für Bauchspeicheldrüsenkrebs häufig eine regelmäßige bildgebende Überwachung“, erläutert Seniorautor Dr. James Farrell, Professor für Medizin und Chirurgie an der Yale School of Medicine und Direktor des Yale Center for Pancreatic Diseases. „Bei den aktuellen Leitlinien gibt es Kontroversen darüber, bei welchen Patienten einen Abbruch der Überwachung in Betracht ziehen sollte. Diese aktuelle Studie verdeutlicht das anhaltende Risiko für eine maligne Erkrankung auch nach fünf oder zehn Jahren Überwachung.“ In einer systematischen Überprüfung von 41 Studien zur Überwachung von IPMN-Patienten verglichen die Forschenden die Häufigkeit besorgniserregender Merkmale („worrisome features“) und von High-Risk-Stigmata (WF/HRS) sowie von fortgeschrittenen Neoplasien (einschließlich Bauchspeicheldrüsenkrebs) während des ersten Überwachungszeitraumes (während 5 Jahren nach der ersten Beobachtung) und bei verlängerter Überwachungsdauer (nach fünf Jahren). Die Forscher fanden heraus, dass das Risiko für WF/HRS von 2,2 Prozent Patientenjahre bei der Erstüberwachung auf 2,9 Prozent bei der erweiterten Überwachung anstieg, während das Risiko für eine fortgeschrittene Neoplasie zwischen der ersten und der erweiterten Überwachung von 0,6 Prozent auf 1,0 Prozent Patientenjahre anstieg. Allerdings ergab die erweiterte Überwachung bei Patienten, deren Zyste fünf Jahre lang eine in ihrer Größe stabil blieb, ein um 1,9 Prozent geringeres Risiko für WF/HRS und eine um 0,2 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit für fortgeschrittene Neoplasien auf. Bei bestimmten Patienten, bei denen die Größe der Zyste fünf Jahre oder länger stabil blieb, biete eine erweiterte Überwachung möglicherweise keinen lohnenden Überlebensvorteil, meinen die Forschenden. Es seien jedoch weitere qualitativ hochwertige Studien nötig, bevor eine Beendigung der Überwachung empfohlen werden könne. „Ein besseres Verständnis der Biologie und des natürlichen Verlaufs einer Progression von Pankreaszysten ist erforderlich, um unsere Überwachungsstrategien zu verbessern und fundiertere Entscheidungen darüber zu treffen, welche Patienten wir genauer kontrollieren sollten und bei welchen Patienten wir die Überwachung reduzieren können“, erklärt Farrell.
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