BDC erwartet, dass Carsten Linnemann Reformen vorantreibt4. August 2026 Foto: Chris/stock.adobe.com Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) begrüßt, dass der neue Gesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann Wirtschafts-Expertise mitbringt und sich als Teamplayer sieht. Daran knüpft der BDC aber Erwartungen an die künftige Zusammenarbeit „Für Dr. Carsten Linnemann beginnt im Bundesgesundheitsministerium eine Amtszeit, die extrem herausfordernd wird und viel Durchhaltevermögen und Sachverstand erfordert“, erklärte BDC-Präsident Prof. Dietmar Pennig. „Wir erhoffen uns von seinem wirtschaftspolitischen Hintergrund, dass er die Reformen im Sinne einer Effizienzsteigerung vorantreibt. Für die Umsetzung der Reformen wird er fachliche Unterstützung aus Klinik und Praxis benötigen, die ihm Verbände und die Player der Selbstverwaltung bieten können. Wir erwarten von Herrn Linnemann, dass er sich dieses Pfund zu eigen macht und für eine Steigerung der Effizienz steht.“ Der BDC weist darauf hin, dass die Reformen Einschnitte sowohl für Patientinnen und Patienten wie auch für die Leistungsträger im Gesundheitssystem mit sich bringen können. Das habe auch schon Linnemanns Vorgängerin Nina Warken bestätigt. Damit diese Einschnitte nicht ausufern und tatsächlich zu effektiven Verbesserungen des Systems führen, müssten die Reformen aus Sicht des BDC an entscheidenden Stellen noch einmal nachjustiert und vor allem in Einklang miteinander gebracht werden. „Sparmaßnahmen nach dem Prinzip Rasenmäher schaden dem System und Parallelarbeit an den Reformen wird es nicht nur weiter lähmen, sondern ineffizienter und teurer machen“, betonte Pennig. BDC: Klare Forderungen an Linnemann Der BDC hat klare Forderungen für das weitere Vorgehen im Umsetzen der Reformen. Gleichzeitig bietet der Verband der Politik aufgrund seiner großen Mitgliederzahl seine Expertise aus Klinik und Praxis an. Die Forderungen des BDC im Einzelnen: Den Aufbau einer sektorenverbindenden Versorgung, die sowohl den ambulanten als auch den stationären Sektor strukturell stärkt und für Leistungserbringer im Gesundheitssystem sowohl fachlich als auch finanziell interessant bleibt. Die Einführung eines ressourcenschonenden Systems der Primärversorgung, das die medizinisch notwendigen Direktzugänge zur fachärztlichen Versorgung beibehält. Die umgehende Umsetzung der Reform der Notfallversorgung in Einklang mit der Krankenhausreform und der Reform für die Digitalisierung im Gesundheitswesen zur schnellen zielgerichteten Versorgung von Patientinnen und Patienten und zur Entlastung der Notaufnahmen und Rettungsstellen. Der rasche Abbau von Bürokratie unter Zuhilfenahme der substantiierten Vorschläge und breit gefächerten Expertise von Verbänden und Selbstverwaltung zur Entlastung von Ärztinnen und Ärzten sowie des Pflegepersonals in Klinik und Praxis. Die finanzielle Absicherung der fachärztlichen Weiterbildung und die gesetzliche Ermöglichung der Weiterbildung im Verbund zur langfristigen Sicherung des ärztlichen Nachwuchses auch und gerade in den operativen Fächern. „Institutionelle Lethargie muss rasch überwunden werden“ „Neben einem finanzierbaren Gesundheitswesen und der Entlastung der Gesetzlichen Krankenkassen wollen wir weiterhin eine flächendeckende und umfassende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung gewährleisten können. Gleichzeitig müssen wir die Berufsbilder im Gesundheitswesen – von der Pflegekraft bis zur Ärztin und dem Arzt –attraktiver machen. Sonst führt der Sparkurs unweigerlich zum Zusammenbruch der gesundheitlichen Versorgung in unserem Land. Die institutionelle Lethargie muss rasch überwunden werden“, mahnte Pennig.
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