BDL warnt vor Déjà-vu bei Schnelltests28. Januar 2021 © cacaroot – stock.adobe.com der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) fordert eine objektive externe Überprüfung der geplanten, vom Bund finanzierten Coronavirus-Selbsttests. Vor der Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) müsse jeder Test und jede Testcharge durch anerkannte Wissenschaftler herstellerunabhängig auf seine Aussagekraft überprüft werden. „Schon bei den Antigen-Schnelltests für nichtmedizinische Einrichtungen drücken aktuell die Behörden derzeit ,beide Augen zu’. Viele falsch negative oder falsch positive Tests sind die Folge. Das darf sich bei den Spuck- oder Gurgeltests und anderen Tests für Zuhause nicht wiederholen“, so BDL-Vorstandsmitglied Privatdozent Dr. Matthias Orth. Der Chefarzt im Stuttgarter Marienhospital warnt vor den Folgen einer laxen Prüfung und Genehmigung der Coronavirus-Selbsttests: „Wir haben bereits jetzt eine Schnelltest-Schwemme, in der zwischen den Aussagen bestimmter Importeure und der tatsächlichen Leistungsfähigkeit in objektiven Studien riesige Diskrepanzen festgestellt werden. Wenn die Tests entgegen der Zulassungsvorgaben durch Laien eingesetzt werden, wäre das nicht nur eine massive Verschwendung öffentlicher Mittel. Sie würden so auch medizinisch großen Schaden anrichten, wenn Infektionen in großer Zahl unerkannt bleiben. Gerade für den Einsatz im häuslichen Umfeld bei asymptomatischen und präsymptomatischen Personen sind die derzeit bekannten Tests regelmäßig nicht geeignet. Zudem sind im häuslichen Umfeld die Ansteckungsgefahren besonders groß.“ „Infektionstests zur Selbsttestung müssen vom Design her so gestaltet sein, dass ein falsch negatives oder falsch positives Ergebnis sehr unwahrscheinlich ist. Man muss dabei unbedingt beabsichtigte oder unbeabsichtigte Fehlanwendungen einkalkulieren. Solange das nicht gesichert ist, fordert daher der Berufsverband Deutscher Laborärzte, dass die Infektionsdiagnostik nur durch Ärzte erfolgen darf“, so Orth.
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