BdP: “Krankenkassen lassen die Lungenärzte im Regen stehen”

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COVID-19 hat Lungenärzte in Deutschland noch mehr als alle anderen Fachgruppen schwierige und bisher unbekannte Herausforderungen beschert. Die ersten Wochen der Pandemie waren gekennzeichnet von Verunsicherung, Angst, fehlender Schutzkleidung, Mängeln des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Umorganisation der Patientenpfade, Sorge um die eigenen Mitarbeiterinnen sowie ein exponenziell anwachsender Fortbildungsaufwand.

Wie der Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner (BdP) in einer aktuellen Pressemitteilung betont, hätten sich Pneumologen teilweise zu Wucherpreisen Schutzkleidung angeschafft, auf deren Kosten sie jetzt sitzen blieben, und hätten nach allen Kräften ihre Patienten versorgt. „Das Engagement der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte wird international als ein Grund dafür angesehen, dass Deutschland bisher besser durch die Corona-Krise kam, als viele andere Länder“, ist sich der BdP-Vorsitzende Dr. Frank Heimann sicher.

„Nachdem inzwischen zwar die Zahl der frisch infizierten Patienten zurückgeht, nimmt jetzt dafür die Zahl der symptomatischen ‘post’-COVID-Patienten zu, die Maskenpflicht beschert gesteigerten Beratungsaufwand und somatoforme Atmungsstörungen haben Konjunktur”, stellt Dr. Frank Powitz, Vorstandsmitglied des BdP aus München, fest.

Deshalb hat der BdP die KBV gebeten, den erhöhten Beratungs- und Versorgungsaufwand in einer eigenen Gebührenordnungsziffer (GOP) befristet in den EBM aufzunehmen. Der GKV Spitzenverband habe sich aber „diesem Ansinnen mit schwachen und fadenscheinigen Argumenten verweigert“, schreibt der BdP. „Dies ist ein Schlag ins Gesicht für alle Ärztinnen und Ärzte, die sich unter Hintanstellung ihrer wirtschaftlichen Interessen und unter gesundheitlichem Risiko ihre Patienten versorgen“, konstatiert Dr. Christian Franke, Vorstand des BdP. „Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die Krankenkassen kein gesteigertes Interesse an einer besseren Versorgung der Versicherten zu haben scheinen“, so Franke weiter.

Momentan sei völlig unklar, wann eine zweite Welle der Pandemie die Lungenarztpraxen erreichen wird, fährt der BdP in seiner Mitteilung fort. Die fehlende Anerkennung und Unterstützung der intensiven pneumologischen Versorgung während der ersten Wochen der Pandemie habe zu Enttäuschung und Frustration bei all denen geführt, die nach Auffassung des Bundesverbandes wesentlich zum positiven Verlauf der Corona-Krise in Deutschland beigetragen hätten. „Die Lungenärzte hierzulande sind weiterhin hoch motiviert ihren Beitrag zu leisten und für den weiteren Verlauf der Pandemie unverzichtbar“, heißt es seitens des BdP.

Gerade deshalb fordert der Bundesverband den GKV Spitzenverband auf, „dies zu würdigen (und zu honorieren!), statt das außerordentliche Engagement der Lungenärzte mit Ignoranz und Gleichgültigkeit in dieser schwierigen Zeit zu beantworten.“