BdP kritisiert „Relativierung der Luftschadstoffbelastung”24. Januar 2019 Foto: © red13fotostudio/Fotolia In den vergangenen Monaten hat die Diskussion um Luftschadstoffe insbesondere durch die gerichtlich angeordneten Fahrverbote an Fahrt aufgenommen. Nun liefert eine Stellungnahme von Pneumologen neuen Zündstoff. „Die Verengung der Debatte auf Stickoxide und Dieselfahrzeuge, die hilflosen administrativen Eingriffe und wissenschaftstheoretisch fokussierte Beiträge einzelner Ärzte haben zu einer Verunsicherung in der Bevölkerung und zur Relativierung der Luftschadstoffbelastung geführt”, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Bundesverbandes der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner (BdP). „Stickoxide sind Marker für schlechte Luft. Sie sind Indikatoren für Belastungen der Atemluft durch den motorisierten Individualverkehr, sie stehen stellvertretend auch für die übrigen, oft wesentlich gefährlicheren Schadstoffe, wie zum Beispiel den Feinstaub, aber auch für Belastungen durch Lärm und auch als Vorläufersubstanz für Ozon. Ganz zu schweigen von den Auswirkungen des Verkehrs auf Flächenverbrauch, Bewegungsarmut und CO2-Ausstoß”, so der BdP. „Die Kritik an einem einzelnen Grenzwert verfehlt das Thema, insbesondere der Vergleich mit Alltagsbelastungen, wie z.B. Adventskerzen macht eine ernsthafte Diskussion über gesundheitliche Auswirkungen von Luftverschmutzung schwierig”, so die Kritik. Grenzwerte seien politische Kompromisse, heißt es in der Pressemitteilung weiter – ihr Zweck sei es, Risikogruppen, wie Kranke, Kinder und Schwangere schützen. Sie müssten einen ausreichenden Abstand zu den Wirkschwellen haben und sollten gesundheitliche Gefahren auch bei lebenslanger Belastung vermeiden. Damit gingen Grenzwerte weit über die die banale Betrachtung von Dosis-Wirkungsbeziehung hinaus. Der BdP-Vorsitzende Dr. Frank Heimann betont: „Eine Bagatellisierung der Auswirkungen von Luftschadstoffen gefährdet die Bemühungen, Risiken und Gefahren von Luftverschmutzung zu minimieren.” „In Deutschland liegt die Krankheitslast durch Luftverschmutzung an zehnter Stelle der Risikofaktoren und ist damit auch hierzulande der wichtigste umweltbezogene Risikofaktor“, wird die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) aus der kürzlich erschienenen Monographie „Atmen: Luftschadstoffe und Gesundheit” zitiert. „Für uns Pneumologen, die wir täglich Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, Bronchitis und Lungenkrebs behandeln, ist es selbstverständlich, dass die Luftbelastung so weit als möglich herabgesetzt wird“ stellt Dr. Frank Powitz, Vorstandsmitglied im BdP fest. „Die Frage inwieweit eine Reduktion technisch möglich, sinnvoll oder machbar ist, ist keine Frage der medizinischen Wissenschaft, sondern der Politik, die verschiedene Interessen gegeneinander abwägen muss“ so Powitz.
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