Beckenbodenprobleme sind nach Kaiserschnitt seltener30. Dezember 2022 Bild: © Minh Phạm Cao – pixabay.com Ein zweiter Kaiserschnitt verringert das Risiko für Beckenbodenoperationen in den Folgejahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine britische Studie von Forschenden aus Oxford. Die Forschenden werteten für ihre Studie die Daten von 47.414 Frauen aus, die ihr erstes Kind per Kaiserschnitt entbunden hatten. Insgesamt erhielten 15.742 Frauen auch bei der Geburt des zweiten Kindes einen Kaiserschnitt, wohingegen 31.672 Frauen vaginal entbanden. Nach einem durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 22,1 Jahren mussten sich 1159 der insgesamt 47.414 Frauen einer Beckenbodenoperation unterziehen. Eine vaginale Entbindung war im Vergleich zu einem erneuten Kaiserschnitt mit einem mehr als zweifach erhöhten Risiko für eine Beckenbodenoperation verbunden, wenngleich die Inzidenz für eine solche Operation in beiden Gruppen sehr gering war. Die Wissenschaftler schlussfolgern daraus, dass ihre Ergebnisse nützliche zusätzliche Informationen für die Geburtsberatung insbesondere beim zweiten Kind liefern können. Allerdings thematisieren die Autoren in ihrer Diskussion nicht die Risiken, die im Vergleich zur vaginalen Geburt generell mit einem Kaiserschnitt einhergehen. Zu den Risiken gehören ein stärkerer Blutverlust, ein erhöhtes Risiko für Venenthrombosen, Lungenembolien und das postthrombotische Syndrom. Auch ist das Risiko für Wundinfektionen und Tod höher als bei vaginalen Geburten. Darüber hinaus entstehen durch einen Kaiserschnitt Risiken für nachfolgende Schwangerschaften wie eine Fehllage der Plazenta, Fehl- oder Totgeburt.
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