Mütterlicher Milchkonsum beeinflusst Lipidprofil der Muttermilch

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Die Ergebnisse einer Pilotstudie mit 100 ausschließlich stillenden Frauen deuten darauf hin, dass der Milchkonsum der Mutter mit einer verringerten Konzentration zahlreicher Lipide in der Muttermilch einhergeht. Die Studienergebnisse wurden auf der Jahrestagung der Pediatric Academic Societies (PAS) 2026 in Boston vorgestellt.

Das Lipidom der Muttermilch besteht aus Hunderten von Lipiden, die für die Entwicklung des Gehirns, des Darms und der Atemwege des Säuglings von entscheidender Bedeutung sind. Es ist bekannt, dass die Ernährung der Mutter die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, einschließlich der Docosahexaensäure (DHA), in der Muttermilch beeinflusst. Unser Verständnis des Einflusses der mütterlichen Ernährung auf die Zusammensetzung der vielfältigen Lipide in der Muttermilch ist jedoch noch begrenzt.

„Stillen hat zahlreiche Vorteile für Säuglinge, darunter ein geringeres Risiko für Übergewicht. Muttermilch ist eine dynamische Flüssigkeit, deren Zusammensetzung durch den Gesundheitszustand und das Verhalten der Mutter beeinflusst werden kann“, erklärt Dr. Chang Lu, Fachärztin für Pädiatrie am Boston Children’s Hospital und Hauptautorin der Studie.

Sie fügt hinzu: „Die Lipidomik ist eine fortschrittliche Technik, die es uns ermöglicht, gleichzeitig über 500 Lipide in Muttermilch zu untersuchen. Mithilfe dieses hochmodernen Ansatzes und umfassender Analysen der mütterlichen Ernährung fand unsere Gruppe zahlreiche Zusammenhänge zwischen der Ernährung der Mutter und der Lipidzusammensetzung ihrer Muttermilch. Überraschenderweise zeigte sich der stärkste Zusammenhang zwischen der Einhaltung der Empfehlungen für einen gesunden Milchkonsum durch die Mutter und niedrigeren Konzentrationen bestimmter Milchlipide, darunter viele Triacylglycerine mit Omega-6-Fettsäureketten.

Interessanterweise stellten wir fest, dass ein höherer Milchkonsum mit niedrigeren Konzentrationen von sieben oxidierten Triacylglycerinen in der Milch einherging. Begrenzte Daten bei Erwachsenen deuten darauf hin, dass oxidierte Triacylglycerinderivate im Blut schädlich für die kardiovaskuläre und metabolische Gesundheit sein können. Es ist noch nicht bekannt, welche Bedeutung diese Ergebnisse für Säuglinge haben; dies wird jedoch ein wichtiger zukünftiger Forschungsschwerpunkt unserer Gruppe sein. Muttermilch ist die ideale Nahrungsform für Säuglinge, und diese Arbeit hat das Potenzial, die Vorteile des Stillens zu optimieren und personalisierte Ernährungsempfehlungen für stillende Mütter zu entwickeln.“

(lj/BIERMANN)