Bedeutung des Mykobioms der oberen Atemwege für die Asthmakontrolle19. Januar 2024 © Elena Medoks – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Mikrobiomforschung hat in den vergangenen Jahren immer mehr Raum eingenommen. Meist geht es dabei um die Darmmikrobiota, doch auch das Mikrobiom der Atemwege findet verstärkt Beachtung. So mehren sich laut den Verfassern einer aktuellen Arbeit Hinweise darauf, dass die bakterielle Mikrobiota in den oberen Atemwegen an der Entstehung und dem Schweregrad von Asthma sowie an Asthmaexazerbationen beteiligt ist. Im Gegensatz zur bakteriellen Mikrobiota wisse man aber über die Rolle des Mykobioms in den oberen Atemwegen im Zusammenhang mit der Asthmakontrolle wenig. Die Arbeitsgruppe beschäftigte sich daher mit der Frage, welche Muster es in der Besiedlung der oberen Atemwege durch Pilze bei Kindern mit Asthma gibt und wie diese mit dem anschließenden Verlust der Asthmakontrolle und einer Verschlechterung der Erkrankung zusammenhängen. Die Untersuchung, über die die Forschenden in der Zeitschrift „Chest“ berichteten, war mit der klinischen Studie „Step Up Yellow Zone Inhaled Corticosteroids to Prevent Exazerbations“ gekoppelt. Man analysierte das Mykobiom der oberen Atemwege mittels ITS1-Sequenzierung (Internal transcribed spacer 1) von Schneuzproben aus der Nase von Kindern mit Asthma. Diese Proben sammelte die Arbeitsgruppe zu 2 Zeitpunkten: wenn das Asthma gut unter Kontrolle war (Baseline: n=194) und während des Auftretens erster Anzeichen eines Verlustes der Asthmakontrolle (gelbe Zone [YZ]: n=107). Wie die Forschenden berichten, wurden zu Studienbeginn 499 Pilzgattungen in den Proben der oberen Atemwege nachgewiesen, wobei 2 kommensale Pilzarten – Malassezia globosa und M. stricta – am stärksten dominierten. Die relative Häufigkeit der Malassezia-Arten variiert je nach Alter, Body-Mass-Index und ethnischer Zugehörigkeit bzw. Abstammung der Kinder. Die Wissenschaftler beobachteten, dass eine höhere relative Häufigkeit von M. globosa zu Studienbeginn mit einem geringeren Risiko späterer YZ-Episoden (p=0,038) und einer längeren Zeit bis zur Entwicklung der 1. YZ-Episode (p=0,022) assoziiert war. Eine höhere relative Häufigkeit von M. globosa zum Zeitpunkt der YZ-Episode war mit einem geringeren Risiko für eine Progression von der YZ-Episode zu einer schweren Asthmaexazerbation verbunden (p=0,04). Laut den Forschenden erfuhr das Mykobiom der oberen Atemwege signifikante Veränderungen vom Ausgangswert bis zur YZ-Episode, wobei eine erhöhte mykotische Diversität stark mit einer erhöhten bakteriellen Vielfalt korrelierte (ρ=0,41). Fazit Diese Arbeit unterstreicht die Bedeutung der Mykobiota für die Asthmakontrolle und könnte zur Entwicklung pilzbasierter Marker zur Vorhersage einer Asthmaverschlechterung beitragen. (ac) Autoren: Yuan H et al. Korrespondenz: Yanjiao Zhou; [email protected] Studie: The Fungal Microbiome of the Upper Airway Is Associated With Future Loss of Asthma Control and Exacerbation Among Children With Asthma Quelle: Chest 2023;164(2):302-313. Web: https://doi.org/10.1016/j.chest.2023.03.034
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