Beeinträchtigung der Herzfunktion bei Patienten mit schwerer Hypothyreose

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Eine schwere Hypothyreose kann mit deutlichen kardialen Funktionsstörungen einhergehen. Eine multizentrische Studie zeigt nun, wie häufig links- und rechtsventrikuläre Funktion sowie die myokardiale Deformation bei betroffenen Patientinnen und Patienten beeinträchtigt sind.

Die klinische Bedeutung der positiv inotropen Wirkung von Schilddrüsenhormonen beim Menschen ist bislang nicht vollständig geklärt. Lado-Abeal et al. untersuchten deshalb die links- und rechtsventrikuläre Funktion bei Patientinnen und Patienten mit einer schweren Hypothyreose mit und ohne Myxödemkoma mittels transthorakaler Echokardiographie und Speckle-Tracking-Echokardiographie.

Die Ergebnisse, veröffentlicht im „Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism“, zeigen: Eine schwere Hypothyreose war häufig mit systolischen und diastolischen Funktionsstörungen der Herzkammern sowie einer eingeschränkten myokardialen Deformation assoziiert. Trotz dieser ausgeprägten echokardiographischen Veränderungen war die kurzfristige Krankenhausmortalität niedrig.

Niedrige Mortalität trotz häufiger Funktionsstörungen

In die multizentrische retrospektive Querschnittsstudie wurden 112 Erwachsene eingeschlossen, die wegen einer schweren Hypothyreose auf einer Intensivstation behandelt wurden und während des Krankenhausaufenthalts eine transthorakale Echokardiographie erhalten hatten. Analysiert wurden die systolische und diastolische linksventrikuläre Funktion sowie die myokardiale Deformation anhand des globalen longitudinalen Strains (GLS).

Das mittlere Alter betrug 53,9 Jahre, 64,3 Prozent der Probanden waren Frauen. Ein Myxödemkoma lag bei 33 Patienten (29,5 %) vor, weitere 13 Patienten (11,6 %) hatten eine schwere Hypothyreose mit Bewusstseinsstörung ohne Hypothermie oder Bradykardie. Der mediane Wert des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) betrug bei Aufnahme 113,9 mIU/L.

Die mittlere linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) lag bei 53,9 Prozent. Eine reduzierte LVEF fand sich bei 37,5 Prozent der Patienten, eine gestörte linksventrikuläre Diastolenfunktion bei 66,7 Prozent. Ein pathologischer linksventrikulärer GLS wurde bei 68,2 Prozent und ein eingeschränkter rechtsventrikulärer GLS bei 34,0 Prozent der Patienten festgestellt.

In multivariablen Analysen war eine Behandlung mit Betablockern mit einer niedrigeren LVEF sowie einer stärkeren Einschränkung des links- und rechtsventrikulären GLS assoziiert. Eine Therapie mit Angiotensin-Converting-Enzyme(ACE)-Hemmer oder Angiotensinrezeptorblockern war ebenfalls mit einer niedrigeren LVEF verbunden. Die Anwendung von Kalziumkanalblockern führte dagegen zu einer besseren rechtsventrikulären GLS. Die Krankenhausmortalität betrug 4,5 Prozent und trat ausschließlich bei Patienten mit erhaltener LVEF auf. (hsp)