Befragung offenbart: Corona-Regeln einzuhalten fällt vielen schwer11. Januar 2023 © NVB Stocker – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Einhaltung von Maßnahmen, die die Verbreitung von COVID-19 verhindern sollen, empfinden viele als sehr unbequem. Für eine Online-Befragung rekrutierten Forschende aus den USA nun eine nationale, nicht wahrscheinlichkeitsbezogene Stichprobe US-amerikanischer Erwachsener (Teilnahmerate 1811 von 2260 [80,2%] im Zeitraum 08.–23.12.2021). Die Teilnehmenden beantworteten zunächst Fragen für ein Screening, um eine gezielte Stichprobe von jeweils 1/3 der Personen zu erreichen, die COVID-19 hatten bzw. nicht an COVID-19 litten und geimpft waren bzw. nicht an COVID-19 erkrankt und nicht geimpft waren. Die endgültige Stichprobe umfasste 1733 Teilnehmer. Das Durchschnittsalter lag bei 41 (SD 15) Jahren, und die Stichprobe bestand überwiegend aus Frauen (66,0%) und nichthispanischen Weißen (66,4%). Man fragte die Teilnehmer, ob sie gegenüber persönlichen Kontakten, mit denen sie sich trafen, oder beim Betreten einer medizinischen Einrichtung oder einem anderen Ort mit Zugangsregelungen während der Pandemie jemals wissentlich falsche Angaben zu ihrem COVID-19-Status gemacht hatten. Gefragt wurde auch nach der Ehrlichkeit der Probanden in Bezug auf die Einhaltung von Corona-Regeln, den eigenen Impfstatus und die Notwendigkeit sowie die Einhaltung einer COVID-19-bedingten Quarantäne. Ein weiterer Punkt war das Vermeiden von COVID-19-Tests und ob sie Kontaktpersonen darüber informierten. Insgesamt 721 Teilnehmer (41,6%) berichteten von falschen Angaben und/oder Nichteinhaltung bei ≥1 der abgefragten Punkte. Am häufigsten gaben diese Probanden an, gegenüber einem persönlichen Kontakt in Bezug auf die Einhaltung vorbeugender Maßnahmen nicht ehrlich gewesen zu sein (420/1726 [24,3%]) und gegen Quarantäneregeln verstoßen zu haben (190/845 [22,5%]). Am häufigsten begründet wurde dieses Verhalten mit dem Wunsch nach Normalität und persönlicher Freiheit. Alle Altersgruppen <60 Jahren (z.B. OR für die 18- bis 29-Jährigen: 4,87; 95%-KI 3,27–7,34) und diejenigen, die der Wissenschaft stärker misstrauten (OR 1,14; 95%-KI 1,05–1,23), zeigten bei ≥1 der abgefragten Punkte eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit für eine Falschdarstellung und/oder Nichteinhaltung der Maßnahmen gegen COVID-19. Keinen Zusammenhang mit Falschangaben oder die Nichteinhaltung von Maßnahmen beobachteten die Wissenschaftler mit der Geschlechteridentität, dem Bildungsstand, der ethnischen Zugehörigkeit, dem Wohnort, den politischen Überzeugungen oder einer Parteizugehörigkeit oder der Religiosität. Auch die Verwendung von Masken beim Einkaufen sowie die Einstellung zu Impfstoffen, COVID-19-Verschwörungstheorien und aus welchen Quellen die Befragten Informationen über COVID-19 bezogen waren nicht damit assoziiert. Fazit In der Umfrage unter Erwachsenen in den USA berichtete fast die Hälfte der Teilnehmer, schon einmal falsche Angaben zu deren Einhaltung gemacht zu haben. Die Autoren der Studie fordern Strategien zur Kommunikation der Folgen solcher Falschdarstellung und Nichteinhaltung von Maßnahmen zu untersuchen und sich mit Faktoren, die einem solchen Verhalten zugrunde liegen, auseinanderzusetzten. (ac) Autoren: Gurmankin A et al. Korrespondenz: Andrea Gurmankin Levy; [email protected] Studie: Misrepresentation and Nonadherence Regarding COVID-19 Public Health Measures Quelle: JAMA Netw Open 2022;5(10):e2235837. Web: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2022.35837
Mehr erfahren zu: "Antibiotika werden global nicht optimal eingesetzt" Antibiotika werden global nicht optimal eingesetzt Antibiotika werden weltweit nicht optimal eingesetzt. So würden einfache Mittel für häufige bakterielle Infektionen zu wenig genutzt, in ärmeren Ländern erhalten Patienten oft nicht die Mittel, die bei schweren Infektionen […]
Mehr erfahren zu: "Kegelschneckengift: Neues schmerzstillendes Peptid für die subkutane Anwendung identifiziert" Kegelschneckengift: Neues schmerzstillendes Peptid für die subkutane Anwendung identifiziert Ein internationales Forschungsteam hat das Peptid AoIA aus dem Gift einer Kegelschnecke untersucht. In einem Tiermodell verringerte es nach subkutaner Injektion entzündungsbedingte Schmerzen deutlich. Damit könnte es eine schonendere Anwendungsoption […]
Mehr erfahren zu: "Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser" Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser Die DGOU macht zur Badesaison auf das Risiko von Querschnittlähmungen nach Kopfsprüngen aufmerksam. Vor dem Sprung solle die Wassertiefe geprüft und auf Kopfsprünge in trübes Wasser grundsätzlich verzichtet werden, ebenso […]