Befragung offenbart: Corona-Regeln einzuhalten fällt vielen schwer

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Die Einhaltung von Maßnahmen, die die Verbreitung von COVID-19 verhindern sollen, empfinden viele als sehr unbequem. Für eine Online-Befragung rekrutierten Forschende aus den USA nun eine nationale, nicht wahrscheinlichkeitsbezogene Stichprobe US-amerikanischer Erwachsener (Teilnahmerate 1811 von 2260 [80,2%] im Zeitraum 08.–23.12.2021).

Die Teilnehmenden beantworteten zunächst Fragen für ein Screening, um eine gezielte Stichprobe von jeweils 1/3 der Personen zu erreichen, die COVID-19 hatten bzw. nicht an COVID-19 litten und geimpft waren bzw. nicht an COVID-19 erkrankt und nicht geimpft waren. Die endgültige Stichprobe umfasste 1733 Teilnehmer. Das Durchschnittsalter lag bei 41 (SD 15) Jahren, und die Stichprobe bestand überwiegend aus Frauen (66,0%) und nichthis­panischen Weißen (66,4%).

Man fragte die Teilnehmer, ob sie gegenüber persönlichen Kontakten, mit denen sie sich trafen, oder beim Betreten einer medizinischen Einrichtung oder einem anderen Ort mit Zugangsregelungen während der Pandemie jemals wissentlich falsche Angaben zu ihrem COVID-19-Status gemacht hatten. Gefragt wurde auch nach der Ehrlichkeit der Probanden in Bezug auf die Einhaltung von Corona-Regeln, den eigenen Impfstatus und die Notwendigkeit sowie die Einhaltung einer COVID-19-bedingten Quarantäne. Ein weiterer Punkt war das Vermeiden von COVID-19-Tests und ob sie Kontaktpersonen darüber informierten.

Insgesamt 721 Teilnehmer (41,6%) berichteten von falschen Angaben und/oder Nichteinhaltung bei ≥1 der abgefragten Punkte. Am häufigsten gaben diese Probanden an, gegenüber einem persönlichen Kontakt in Bezug auf die Einhaltung vorbeugender Maßnahmen nicht ehrlich gewesen zu sein (420/1726 [24,3%]) und gegen Quarantäneregeln verstoßen zu haben (190/845 [22,5%]). Am häufigsten begründet wurde dieses Verhalten mit dem Wunsch nach Normalität und persönlicher Freiheit. Alle Altersgruppen <60 Jahren (z.B. OR für die 18- bis 29-Jährigen: 4,87; 95%-KI 3,27–7,34) und diejenigen, die der Wissenschaft stärker misstrauten (OR 1,14; 95%-KI 1,05–1,23), zeigten bei ≥1 der abgefragten Punkte eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit für eine Falschdarstellung und/oder Nichteinhaltung der Maßnahmen gegen COVID-19.

Keinen Zusammenhang mit Falschangaben oder die Nichteinhaltung von Maßnahmen beobachteten die Wissenschaftler mit der Geschlechteridentität, dem Bildungsstand, der ethnischen Zugehörigkeit, dem Wohnort, den politischen Überzeugungen oder einer Parteizugehörigkeit oder der Religiosität. Auch die Verwendung von Masken beim Einkaufen sowie die Einstellung zu Impfstoffen, COVID-19-Verschwörungstheorien und aus welchen Quellen die Befragten Informationen über COVID-19 bezogen waren nicht damit assoziiert.

Fazit
In der Umfrage unter Erwachsenen in den USA berichtete fast die Hälfte der Teilnehmer, schon einmal falsche Angaben zu deren Einhaltung gemacht zu haben. Die Autoren der Studie fordern Strategien zur Kommunikation der Folgen solcher Falschdarstellung und Nichteinhaltung von Maßnahmen zu untersuchen und sich mit Faktoren, die einem solchen Verhalten zugrunde liegen, auseinanderzusetzten. (ac)

Autoren: Gurmankin A et al.
Korrespondenz: Andrea Gurmankin Levy; [email protected]
Studie: Misrepresentation and Nonadherence Regarding COVID-19 Public Health Measures
Quelle: JAMA Netw Open 2022;5(10):e2235837.
Web: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2022.35837