Behandelbare Risikofaktoren bei nierentransplantierten Kindern besser verstehen21. November 2022 Rizky Indrameikha Sugianto mit ihrem Promotionspreis. Foto: Karin Kaiser / MHH Eine Promotionsarbeit an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zeigt Wege auf, behandelbare Risikofaktoren bei nierentransplantierten Kindern besser zu verstehen. Die Doktorandin erhielt dafür jetzt einen Promotionspreis. Dr. Rizky Indrameikha Sugianto promovierte im März 2021 in der Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen (Betreuerin: Prof. Anette Melk) mit dem Thema „The Course of Cardiovascular Burden in Children with Kidney Transplantation: Findings from Longitudinal Data Analyses“. Kinder mit einer chronischen Nierenerkrankung weisen insbesondere unter einer Nierenersatztherapie eine deutlich erhöhte Sterblichkeit auf, Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Kardiovaskuläre Komplikationen stellen die häufigste Todesursache dar. Die Analysen von kardiovaskulären Risikofaktoren wie beispielsweise erhöhter Blutdruck sowie anderen Parametern, die als Surrogat für eine erhöhte kardiovaskuläre Sterblichkeit dienen können, sind daher von großem Interesse, um kardiovaskuläre Ereignisse in dieser Population besser zu verstehen. Sugianto konnte mit ihren Arbeiten bei Kindern nach Nierentransplantation bzw. unter Dialyse die Entwicklung kardiovaskulärer Risikofaktoren und deren Bedeutung für den Verlauf verschiedener Surrogat-Parameter untersuchen. Hierfür hat sie anhand von drei Längsschnittstudien mittels komplexer Modellrechnungen neue geschlechts- und altersspezifische Effekte herausgearbeitet. Ihre Ergebnisse zeigen, dass kleinere Kinder nach Transplantation häufiger einen erhöhten Blutdruck aufzeigen. Außerdem geht bei Mädchen im Vergleich zu Jungen der Verlust der Nierenfunktion mit einer stärkeren Zunahme der Gefäßsteifigkeit einher. Mädchen reagieren zudem auf höhere Spiegel eines häufig verwendeten Immunsuppressivums mit höherem Blutdruck. Insgesamt haben die Daten dieser Doktorarbeit zu einem besseren Verständnis von behandelbaren Risikofaktoren beigetragen. Mädchen mit einer chronischen Nierenerkrankung würden von einem schnelleren Zugang zur Nierentransplantation profitieren. Die Gesellschaft der Freunde der MHH (GdF) hat Sugiantos Forschung als eine von sechs herausragenden Doktorarbeiten ausgezeichnet. Prof. Siegfried Piepenbrock, Vorsitzender der Gesellschaft, überreichte die Auszeichnungen während einer Feierstunde, bei der die ausgewählten Arbeiten aus dem Zeitraum Oktober 2019 bis Ende August 2022 gewürdigt wurden. Wegen der Pandemie wurde auch in diesem Jahr noch keine große Promotionsfeier für alle Doktorandinnen und Doktoranden ausgerichtet. (MHH/ms)
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