„Behandlung von Inkontinenz gelingt nur gemeinsam“

Skyline der Stadt Essen. Foto: ©Yannic N – stock.adobe.com

Unter dem Motto „voneinander und miteinander lernen“ findet vom 22. bis 23. November 2019 in der Messe Essen der 31. Kongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft statt.

Um Inkontinenz und Beckenbodenfunktionsstörungen bestmöglich behandeln zu können, sei eine nachhaltige Kollaboration zwischen den beteiligten Berufsgruppen und Fachdisziplinen nötig, betonen die Experten. Dafür bietet der Kongress einen interdisziplinären Austausch und die Möglichkeit, neue Techniken und Methoden kennenzulernen.

Spezielle Sitzung zu Beckenbodennetzen

Das Programm des Kongresses bietet nicht nur eine Vertiefung des Wissens über Stuhl- und Harninkontinenz, es werden auch Besonderheiten bei einzelnen Therapieformen vorgestellt. Darüber hinaus gibt es auch dieses Jahr wieder eine Premiere: Die Sitzung „Kontroversen, Themen und Politik“ widmet sich erstmalig Inkontinenz-Themen, die die Gesellschaft 2019 bewegt haben – beispielsweise in welcher Form die viel kritisierten Beckenbodennetze weiter eingesetzt werden sollten.

Eine weitere Besonderheit ist die Vorstellung der neuen Zertifizierungsbedingungen für die Kontinenz- und Beckenbodenzentren. Die Zertifizierung erfolgt seit Kurzem gemeinsam durch die Deutsche Kontinenz Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV)/Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK).

Ein traditioneller Partner dagegen ist der „Arbeitskreis Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau“, dessen Mitglieder seit etwa zehn Jahren im Rahmen des Kongresses ein umfangreiches Seminar geben. „Unser Anliegen ist es, ein Forum für fundierte Wissenschaft und Orientierungen für die Praxis zu bieten“, erklärt Prof. Axel Haferkamp, Direktor Urologische Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Mainz und Erster Vorsitzender der Deutschen Kontinenz Gesellschaft.

Dazu finden in der Messe wissenschaftliche Vorträge und Seminare statt. Einen praktischen Zugang ermöglichen Workshops, in denen zum Beispiel aktuelle Operationsmethoden gemeinsam an Modellen angewendet werden. Bei OP-Video-Sessions geben Experten Einblicke in charakteristische Fallbeispiele und erklären Schritt für Schritt ihr Vorgehen.

Angebote für Assistenz- und Pflegepersonal

Der Berufsgruppe Assistenz- und Pflegepersonal bietet der Kongress zudem die Möglichkeit, sich im Umgang mit Inkontinenz fortbilden zu lassen. „Nur durch eine professionelle und kollegiale Zusammenarbeit aller Berufsgruppen und Fachdisziplinen kann eine gute Betreuung der Patientinnen und Patienten gewährleistet werden. Dafür schafft der Kongress den idealen Rahmen“, sagt Prof. Andreas Wiedemann, Kongresspräsident und Chefarzt der Klinik für Urologie am Evangelischen Krankenhaus Witten. Entsprechend interdisziplinär ist auch die Kongresspräsidentschaft zusammen mit PD Dr. Gert Naumann, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Helios Klinikum Erfurt, mit je einem Spezialisten für Urologie und Gynäkologie besetzt.

(Deutsche Kontinenz Gesellschaft / ms)