Belastungsinkontinenz bei der Frau: Single-Incision Mini-Slings gegenüber Midurethral Slings nicht unterlegen

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In der Behandlung der Belastungsinkontinenz bei der Frau sind Mini-Schlingen mit Einzelschnitt (Single-Incision Mini-Slings, SIMS) gegenüber Mittelurethralschlingen (midurethral slings, MUS) nicht unterlegen, wenn man den von den Patientinnen berichteten Erfolg nach 15 Monaten zum Maßstab nimmt.

Dies ergibt eine aktuelle Studie aus Schottland. Wie sie im „New England Journal of Medicine“ berichten, führten Dr. Mohamed Abdel-Fattah und Kollegen eine „pragmatische“, randomisierte Nichtunterlegenheitsstudie durch, in der die beiden Schlingentypen bei Frauen in 21 britischen Krankenhäusern während einer 36-monatigen Nachbeobachtung verglichen wurden. Das primäre Ergebnis war der von den Patientinnen gemeldete Erfolg (definiert als Antwort „sehr stark“ oder „stark verbessert“ auf dem Fragebogen „Patient Global Impression of Improvement“) 15 Monate nach der Randomisierung (ca. 1 Jahr nach der Operation). Die Nichtunterlegenheitsgrenze betrug 10 Prozentpunkte.

Insgesamt wurden 298 Frauen mit SIMS und 298 mit MUS behandelt. Nach 15 Monaten berichteten 212 von 268 Patientinnen (79,1%) in der SIMS-Gruppe und 189 von 250 Patientinnen (75,6%) in der MUS-Gruppe über einen Erfolg (angepasster Risikounterschied 4,6 Prozentpunkte; 95%-KI -2,7 bis 11,8; p<0,001 für Nichtunterlegenheit). Bei der Nachuntersuchung nach 36 Monaten berichteten 177 von 246 Patientinnen (72,0%) bzw. 157 von 235 Patientinnen (66,8%) in den jeweiligen Gruppen über einen Erfolg (adjustierte Risikodifferenz 5,7 Prozentpunkte; 95%-KI -1,3 bis 12,8). Nach 36 Monaten betrug der Prozentsatz der Patientinnen mit Leisten- oder Oberschenkelschmerzen 14,1% mit SIMS und 14,9% mit MUS. Über den 36-monatigen Nachbeobachtungszeitraum hinweg lag der Prozentsatz der Patientinnen mit Tape- oder Mesh-Exposition bei 3,3% mit SIMS und 1,9% mit MUS. Der Prozentsatz, der sich einer weiteren Operation wegen Belastungsharninkontinenz unterzog, betrug 2,5% bzw. 1,1%. Die Ergebnisse in Bezug auf Lebensqualität und sexuelle Funktion waren in beiden Gruppen ähnlich, mit Ausnahme von Dyspareunie: Unter 290 Frauen, die einen validierten Fragebogen beantworteten, berichteten 11,7% in der SIMS-Gruppe und 4,8% in der MUS-Gruppe über diese Komplikation.

(ms)