Bienen gesundhalten: Forschende unterstützen Imker in Sachsen28. August 2024 Wabe mit Phaceliapollen, die lila leuchten Foto: © Dr. Julia Dittes Die bei uns gehaltene westliche Honigbiene ist eines der drei wichtigsten Nutztiere in Deutschland. Ähnlich wie die anderen Nutztiere ist auch sie verschiedenen Krankheitserregern ausgesetzt. In anderen Nutztierbeständen sichern Bestandstierärzte die Gesundheit der Tiere. Deutschlandweit gibt es jedoch nur wenige Tierärzte mit Weiterbildung zum Fachtierarzt bzw. mit Zusatzbezeichnung Bienen. Daher sind Imker bei der Bienengesundheit mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Ein Forschungsprojekt an der HTWD soll nun Abhilfe schaffen. Im Projekt ImBieSax bieten die Forschenden eine umfassende Gesundheitsfachberatung für Imker an. „Unser Ziel ist es, eine sachsenweite tierärztliche Beratung aufzubauen, die sich besonders auf effektives Bienenmanagement und die Gesundheit der Bienenvölker konzentriert“, erläutert der Projektleiter Professor Markus Freick.Durch das Projekt erhalten sächsische Imkerinnen und Imker Zugang zu fundierten Informationen und praxisnaher Unterstützung, um die Gesundheit ihrer Bienenvölker nachhaltig zu sichern und zu verbessern. Alle rund 4.500 Imker mit Wohnsitz in Sachsen und Bienenvölkern in Sachsen können diese kostenfreie Beratung in Anspruch nehmen.Vor-Ort-Besuche und TelefonberatungDas Forschungsteam besucht nicht nur die Bienenstände für persönliche Beratungen vor Ort und für Probenentnahmen, sondern bietet auch telefonische Beratung an. „Eine spezielle tierärztliche Beratung hinsichtlich Bienengesundheit, wie bei anderen Nutztierbeständen, gab es seit der Wiedervereinigung Deutschlands in Sachsen nicht, obwohl das Wissen über Bienen in der tierärztlichen Approbationsverordnung enthalten ist und während des Veterinärmedizinstudiums gelehrt wird“, erklärt Tierärztin und Projektmitarbeiterin Dr. Julia Dittes. Besonderer Fokus liegt auf der Prävention und Bekämpfung von Krankheiten wie der Varroamilbe und Virusinfektionen. Zudem soll das Wissen über moderne Imkereipraktiken verbreitet und gestärkt werden.Arbeiten im NetzwerkDas Projektteam arbeitet eng mit regionalen Partnern wie dem Landesverband Sächsischer Imker und der Sächsischen Tierseuchenkasse zusammen, um sicherzustellen, dass das Angebot die Bedürfnisse und Herausforderungen der Imker in Sachsen adressiert. So gibt es einen regelmäßigen Austausch mit allen Beteiligten und das Projekt konnte im Rahmen der jährlichen Weiterbildung der Bienenseuchensachverständigen der Veterinärämter in der Imkerschaft beworben werden. Gemeinsam erarbeiteten die Projektbeteiligten eine KAP-Analyse (KAP = knowledge, attitude, practice), um den Wissensstand und gängige Praktiken in der Imkerschaft zu ermitteln und deren Bedarfe zu erkennen. Besonders wichtig ist für das Projektteam die Nutzung der Kontakte über den Landesverband und die strukturierten Vereine in Sachsen, um das Angebot bekannt zu machen.„Seit dem Start des Projekts haben sich bereits 180 Imkerinnen und Imker für unsere Beratungen angemeldet. Wir sind begeistert von der positiven Resonanz und den zahlreichen Rückmeldungen“ sagt Dr. Dittes.Monitoring und EntwicklungBis Ende 2024 wertet das Team, zu dem auch zwei Studentinnen der Studiengänge Landschaftsentwicklung und Gartenbau der Fakultät Landbau, Umwelt, Chemie gehören, den Fragebogen und die Ergebnisse der Proben aus. Sie wollen feststellen, welche Krankheitserreger nachweisbar sind und ob es dabei regionale Unterschiede innerhalb Sachsens gibt. Dr. Dittes und ihre Mitarbeiterinnen verfolgen die Entwicklung der Bienenvölker auch über den Winter und planen die Fortführung des Projektes. Die Förderung erfolgt nach dem Maßnahmenkatalog des Freistaates Sachsen zum Erhalt und zur Zucht von gesunden und resistenten Bienenvölkern vom 03.02.2023 (REVOSax Landesrecht Sachsen – Maßnahmenkatalog Bienen). Die Finanzierung des Projektes erfolgt zu 50 % aus Mitteln der Europäischen Union.
Mehr erfahren zu: "Sorge um Kraniche – kommt da noch etwas nach?" Sorge um Kraniche – kommt da noch etwas nach? Sie sind dieser Tage in Scharen in der Dämmerung zu beobachten. Tausende Kraniche rasten hierzulande. Doch in diesem Herbst sind es bisher deutlich weniger Vögel als sonst. Was eine Expertin […]
Mehr erfahren zu: "Von Büffeln in Brandenburg und modernen Impfkonzepten: Mit MKS ist immer zu rechnen" Von Büffeln in Brandenburg und modernen Impfkonzepten: Mit MKS ist immer zu rechnen Deutschland erlebte 2025 den ersten Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) nach vier seuchenfreien Jahrzehnten. Betroffen waren extensiv gehaltene Wasserbüffel auf einem kleinen Betrieb im Bundesland Brandenburg, direkt vor den […]
Mehr erfahren zu: "Millionen Straßenkatzen leiden: Auch Tierärzte fordern Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen" Millionen Straßenkatzen leiden: Auch Tierärzte fordern Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen Laut einer neuen qualitativen Online-Umfrage von Humane World for Animals Deutschland (ehemals Humane Society International) unter 207 approbierten Tierärzten aus 14 Bundesländern, hält die große Mehrheit der befragten Tierärzte nachhaltige […]