Bilder des Partners können Schmerzen lindern4. Oktober 2021 Foto: ©Diego Cervo – stock.adobe.com Ein Blick in das Gesicht des Partners kann dabei helfen, Schmerz leichter zu ertragen. Dies ist das Ergebnis einer experimentellen Studie von Psychologinnen der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Wie die Arbeitsgruppe zudem festgestellt hat, hat das Lächeln eines Unbekannten einen ähnlichen schmerzlindernden Effekt wie der neutrale Gesichtsausdruck des Partners. Für die Studie haben die Wissenschaftlerinnen um Prof. Christiane Hermann von der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie jungen Frauen, die in einer seit mindestens sechs Monaten bestehenden, glücklichen Partnerschaft lebten, längere schmerzhafte Hitzereize am Unterarm verabreicht und ihnen zeitgleich verschiedene Fotos gezeigt. Die Teilnehmerinnen sahen neben Bildern von ihrem Partner, der einen emotional neutralen Gesichtsausdruck zeigte, auch unbekannte Personen, die freundlich, neutral oder wütend schauten, sowie Fotos von gewöhnlichen Haushaltsgegenständen. Die Frauen wurden gebeten, die Fotos, die sie sahen, zu bewerten und die Intensität der Schmerzreize einzuschätzen. Die Fotos der Partner und die glücklichen Gesichter der Unbekannten wurden als sehr positiv eingeschätzt, die ärgerlichen Gesichter der Unbekannten als sehr negativ. Entsprechend der Bewertung der Fotos variierte auch die empfundene Schmerzstärke der Hitzereize. Sahen die Teilnehmerinnen Fotos ihres neutral schauenden Partners oder eines lächelnden Unbekannten, nahmen sie weniger Schmerz wahr als bei Fotos von Gegenständen oder von Unbekannten, die neutral oder ärgerlich schauten. Dieser schmerzlindernde Effekt zeigte sich nicht nur in der eigenen Beschreibung der Schmerzstärke, sondern auch in der verminderten Anspannung der Gesichtsmuskeln. Gesichtsmuskeln sind bei negativen emotionalen Zuständen besonders angespannt. Bei Partnerfotos sowie bei den Fotos lächelnder Unbekannter war diese Muskelaktivität besonders gering. Die Ergebnisse der Studie hätten wegen des robusten schmerzlindernden Effekts der Bilder auch klinische Relevanz, betonen die Psychologinnen. „So könnten Bilder der Partner zu einer schmerzhaften Untersuchung oder Behandlung mitgenommen werden“, schlägt Hermann vor. „Das könnte in Fällen hilfreich sein, in denen der Partner nicht mitkommen kann oder in denen seine Anwesenheit nicht hilfreich wäre, weil er selbst in der akuten Situation zu besorgt ist.“ Ob ein ähnlicher Effekt auch bei Kindern zu beobachten ist, wird aktuell von der AG untersucht. Originalpublikation: Hillmer K et al. Pain modulation by your partner: An experimental investigation from a social-affective perspective. PLoS One 2021;16(7):e0254069.
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